Reborn13 – TKR im Interview + Exclusive Free Download

Großartig vorstellen muss ich TKR (Jena) dem geneigten Hörer basslastiger Musik aus Deutschland wohl nicht mehr. Seit über 10 Jahren ist Thomas Schwarz als DJ und Produzent schon unterwegs. Für mich war er einer der Ersten (neben Mr. Boogie aus Potsdam) deutschen Dubstep Produzenten die ich entdeckt und geschätzt habe. Nach einer längeren Veröffentlichungspause ist am 13. Januar seine neue EP beim renommierten Berliner Label Paradise Lost Recordings erschienen. Eine gute Gelegenheit um mal nach dem aktuellen Stand zu Fragen.

…und wer Bock hat TKR mal Live zu sehen und zu hören, kommt am besten diesen Freitag (07.02.) in’s Täubchenthal (Leipzig) zur ersten BreakOut! Sause in 2014! 😉

IT’S YOURS: Hallo Thomas, es ist in letzter Zeit etwas still um TKR geworden und deine letzte Solo-Veröffentlichung liegt mit deinem Album nun schon etwas mehr als 1 Jahr zurück („Highway Patrol“ – NextGen Music). Was hast du so getrieben?

TKR: Moin, moin (lacht). Ja das ist richtig. Leider ist das Leben kein Ponyhof und ich musste den einen und anderen privaten Rückschlag hinnehmen in der Vergangenheit, was sich letztendlich auch auf meine Kreativität ausgewirkt hat. Untätig war ich deswegen aber trotzdem nicht, dafür ist mir Musik viel zu wichtig. Aber keine Sorge jetzt ist alles wieder OK und ich bin bereit zu neuen Schandtaten.

I: Der Titel deiner neuen EP („Reborn 13„) lässt viel Raum für Interpretationen. Bezieht sich diese „Reinkarnation“ nur auf deinen Output als Künstler oder steckt etwas anderes dahinter?

T: Also Verschwörungstheoretiker muss ich jetzt leider enttäuschen, es bezieht sich quasi wirklich nur auf mein „Comeback“ bei Paradise Lost zumindest was den Name „Reborn“ angeht. Die 13 sollte für 2013 stehen aber der Release hat sich nun ein wenig verzögert sodass es doch 2014 geworden ist. Allerdings haben die PL Jungs den Veröffentlichungstermin nun extra auf den 13ten Januar gelegt damit es trotzdem noch irgendwie passt. Außerdem mag ich Namen die sich nicht direkt immer auf einen der Titel beziehen.

I: Erzähl uns kurz wie es zur Zusammenarbeit mit Boundless Beatz MC Amon Bay kam.

T: Wir kennen und schätzen uns schon eine ganze Weile. Da war es klar, dass irgendwann mal ein gemeinsamer Song entstehen würde. Es war quasi nur eine Frage der Zeit. Und seinen Flow feier‘ ich sowieso schon immer! (lacht)

 

I: Dein letztes Release auf Paradise Lost („Future Unknown EP“) ist von 2011. Wie hat sich dein Sound und deine Interpretation von basslastiger Musik im Allgemeinen, und Dubstep im Speziellen, in den letzten 3 Jahren verändert?

T: Grundsätzlich bin ich noch kritischer geworden was „Sound“ angeht und ich habe in der Vergangenheit viel herum experimentiert (im stillen Kämmerchen, nur für mich). Natürlich hat sich in der Dubstep oder Bass-Szene viel getan, zum Teil so viel, dass es einfach an mir vorbei gerauscht ist. Leider kann man ja das Rad nicht neu erfinden oder muss es auch nicht. Das Alles hat aber auch dazu geführt das sich mein Musikgeschmack dahin gehend gewandelt hat, dass ich wieder verstärkt Techno, House oder auch Drum & Bass für mich wieder entdeckt habe – quasi „Reborn“. Der ganze Dark-Kram erfährt eine neue Blüte, was ich persönlich schön finde aber es kann auch langweilig werden. Ich finde jedoch interessant das jetzt bestimmte Producer mit einem Sound an den Start gehen und Erfolg haben, den andere und ich vor Jahren schon selbst gemacht haben, jedoch bei Weitem nicht mit so einem Erfolg. Das Alles ist mir aber eigentlich auch egal und ich gönne wirklich jedem den Erfolg. Ende 2013 habe ich auch wieder vermehrt Drum & Bass Gigs gespielt, da ich dort die meiste Dynamik verspüre, im Gegensatz zu Dubstep. Wenn ihr mich jetzt fragen würdet warum? – Ganz klar: ich kann dieselben „ollen“ Wobbel-Kamelle einfach nicht mehr hören. Es ist gut wenn jemand seinen Style gefunden hat aber es ist viel wichtiger auch mal eben über den Tellerrand zu schauen. Ich bin sehr gespannt was sich da in Zukunft tun wird. Mit TKR hab ich jedenfalls einiges geplant, mehr möchte ich da aber jetzt an dieser Stelle noch nicht verraten.

I: Wo holst du dir die Inspiration für neues Tunes und spielt dabei auch die Arbeit anderer Künstler ein Rolle?

T: Ich glaube jeder Musiker der behauptet sein Süppchen ganz und gar ohne Inspiration von außen oder anderen Künstlern zu kochen ist ein Lügner. Mag sicher welche geben, ich kenne jedoch keinen. Ich habe jetzt kein Patentrezept oder einen Ort bzw. Tätigkeit wo ich bestimmte Ideen bekomme. Es kann sein das diese beim Hören von Musik oder einfach im Auto oder in der Straßenbahn kommen. Im Endeffekt ist es eine bunte Mischung aus all Diesem gepaart mit jeder Menge Gefühlsduselei die speziell bei mir eine wichtige Rolle spielt. Wenn ich meine DAW starte, weiß ich jedenfalls nie was am Ende des Tages bei herum kommt, da bin ich bestimmt auch nicht der einzige auf der Welt. Klingt zwar ein wenig abstrakt, manche Ideen kommen mir aber auch beim Ansehen von Architektur oder Kunst, kein Plan warum.

I: Bildest du dich eigentlich als lang-jähriger Produzent und DJ noch regelmäßig weiter (neue Technologien, Produktionstechniken, Plug-Ins, Effektketten, etc.), z.B. mit Hilfe von Tutorials auf YouTube und Co.?

T: Hahaha „Produzent“, den Titel überlasse ich mal lieber den Profis oder den Kids mit ihren warezed-Fr****loops – ich mach einfach nur gern Musik (lacht) – Sicherlich hab ich mir in der Vergangenheit mal das eine oder andere Tutorial angesehen und check auch hin und wieder mal Tipps von Homies aber so wirklich hinterher bin ich da wie bei vielen anderen Sachen auch nicht, „simply learning by doing“ und das gute alte Handbuch war und ist da meine Devise.

I: Leider hat es dieses Mal nicht mit einem exklusivem Mix für uns geklappt, aber dafür hast du uns und unseren Lesern freundlicherweise deinen Remix von Shu’s „Scathe“ (Danke an der Stelle auch an Bassliebe Records für die Kooperation!) zum kostenlosen Download mitgebracht. Wie steht es deiner Meinung nach um die deutsche Dubstep-Szene, und gibt es da einen Austausch zwischen den „Alten Hasen“ und den „Newcomern“?

T: Yo, Bitteschön. Den gibt es sicherlich und auch bestimmt reichlich, ich hab mich nur so ein wenig zurückgezogen, hin und wieder mal paar Dubs oder Promos austauschen und ein Kommentar abgeben –  aber so wirklich regen Austausch betreibe ich auch nicht, bin mit den Jahren auch etwas eigenbrötlerisch geworden um nicht zu sagen etwas kauzig was das angeht (lacht). Remixen tue ich aber verdammt gerne, gerade wenn ich selber mal vor einem großen schwarzen Inspirationsloch stehe.

I: Vielen Dank für das interessante Interview. Noch irgendwelche letzten Worte, Grüße oder Ankündigungen?

T: Ich habe zu danken – Vor allem meinen Freunden und „Fans“ die mir über die Jahre treu geblieben sind!

Die „Reborn13“ EP ist jetzt draußen!

http://www.junodownload.com/products/tkr-reborn13-ep/2371772-02/
http://www.beatport.com/release/reborn13-ep/1219957
https://itunes.apple.com/gb/album/reborn13-ep/id786080000

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Und als Belohnung das ihr das ganze Interview gelesen habt, gibt’s hier besagten Remix zum Download, for free versteht sich. Das Original von Berlin-Badman Shu (Lapse EP) ist 2013 auf dem Kölner Label Bassliebe Records erschienen.

TKR Soundcloud: https://soundcloud.com/tkr
TKR Facebook: https://www.facebook.com/tkrart

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