Human 001: Tinkah – Thoughts You Are Not Supposed To Speak Out In Public

[powerambient I 80 – 90 bpm]

Dass Tinkah es ruhig angehen lässt und dabei intuitiv seinen eigenen Sound schafft, davon konnten wir uns auf den Tape-Releases bei Pattern // Select bereits überzeugen. Zur Fortsetzung seines Outputs folgt er nun konsequent der DIY-Philosophie und gründet sein eigenes Plattenlabel HUMAN. Das erste Release kommt auch gleich vom frisch gebackenen Labelgründer selbst. Die EP mit dem erwartungsvollem Namen „Thoughts You Are Not Supposed To Speak Out In Public“ besteht aus sechs Tracks, die gepresst auf Vinyl oder in den gängigen Digitalformaten über Bandcamp vorbestellt werden können und ab dem 30.03.2019 verfügbar sind.

human-le.bandcamp.com

Außerdem steigt pünktlich zum Releasedatum die passende Party zur Labelgründung in der Pracht mit einem live-Set von Tinkah sowie den Djs RedDuction und show kati. Für die visuelle Unterstützung ist SAOU TV zuständig, auf deren Konto bereits das Trailervideo zur EP geht.

Folgen wir den Titeln der Stücke, geht es vor allem um die Verarbeitung von Gedanken oder besser von Gedanken, die wie der EP Titel verlautet, vermeintlich nicht für die Außenwelt bestimmt sind. Ich habe mir die Tracks vorab in aller Gemühtlichkeit anhören können und Thought 1 hat mich zunächst erstmal schön von null abgeholt und es begann wie in Zeitlupe eine Reise durch verschiedenste Gedankenkaskaden. Nach kurzer Denkpause baut sich dann Thought 2 erneut mit der nötigen Portion Gelassenheit auf und je länger der Track läuft um so mehr nahm der gedankliche Tiefgang wieder an Fahrt auf. Ich sehe mich sitzend am Fluss und schaue zu wie das Wasser sich ruhig und bestimmend durch die Landschaft bewegt, merke wie die Natur im Einklang schwingt und ich genau die Sorgen und Verfehlungen vergesse, die mich im nächsten Moment dann doch gleich wieder einholen. Jeder ist in Gefahr, nur die wenigsten reden darüber und die Aushandlung wie damit umzugehen ist, führen viele isoliert im Selbstgespräch. Dabei kann es doch so einfach sein und wie Thought 3 untrügerisch zeigt, sind dunkle Ecken zum beleuchten da und je länger man hinschaut, umso mehr weichen Skepsis und Angst der Erkenntnis und Bereicherung.

Mit Vorsicht mahnend erinnert Thought 4 Part I, dass nicht jede Erkenntnis einfach zu verdauen ist. Doch kein Grund zum Unmut, bestätigt doch Part II, dass nach getaner Verarbeitung die Leichtigkeit des Seins wieder stärker denn je das Szepter übernehmen kann. Die Dinge sind nicht vorhersehbar, was bleibt ist die Hoffnung, dass es gut wird und wenn es sich gut anfühlt, dann halt es fest, so wie Thought 5 ein gutes Gefühl konserviert hat.

Tinkah gelingt es wieder mit leisen Tönen die Melodie zu machen und zeigt auf, dass elektronische Musik nicht laut und eckig sein muss, um spannend zu sein. Das Konzept fürs Label ist klar und stimmig und wir können gespannt sein, was da noch kommen wird.

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