Defrostatica Records DICA010: HomeSick – Burnout 2099 EP

[Bassmusic I 160 – 170 bpm]

Für Defrostatica gibt es wieder einen Grund mehr zu feiern. Die Veröffentlichung der Burnout 2099 EP vom Kanadier HomeSick ist das 10te Release auf Vinyl und wie es sich für ein kleines Jubiläum gehört, gibt es neben insgesamt sechs Tracks auch noch als feines Gimik den passenden Cover-Patch mit einen in Flammen stehenden weißen Lamborghini für die Kutte.

Nachdem HomeSick bereits den Closertrack Mass Appeal auf der Roque Style 1 EP beigesteuert hat, folgt nun mit dieser EP ein weiteres Arrangement auf Defrostatica. Der Sound von HomeSick fängt sich sehr gut in der Labelphilosophie und findet mit der minimalistisch, kantig, ruffen Art seine eigene Nische im Bereich avantgardistischer Bassmusic.

Bei Running On Empty wird mit Raps vom Landsmann So Loki auch gleich auf einem griffigen Halftimebeat Alarm geschlagen. Dem durstigen Lambo könnte wohl bald der Sprit ausgehen. Jedenfalls flattert bei dem angeschärften Synth nach einer Minute die Tanknadel schon gehörig im Reservebereich. Also nichts wie nachtanken und dann lass Give It To Em bei offenem Verdeck pumpen und eine Runde schnurrend und eine Runde gleitend um den Block grooven. Die Kopfnickende Extrarunde besorgt dann der trapig-dancehall-geladene, exzessive Vocalbanger Afronta!

Nach dem Seitenwechsel geht’s weiter mit dem Titelcovertrack der EP – Burnout 2099. Der Motor wird wieder langsam aufgewärmt bevor es heißt, mit Vollgas bei angezogener Handbremse in die nächste Kurve. Doch Achtung Action, der Wagen geriet außer Kontrolle, es kommt zum Einschlag und der Mittelmotor steht in Flammen! Doch weiter gehts, benommen vom Aufprall übernimmt Get Back Up die Kontrolle und versucht die Spur zu halten. Spätestens im letzten Drittel läuft das System dann soweit auch wieder stabil und der EP-Ausklang Carbob kann kommen. Weniger trocken-angeschmutzte Bassbeatkonglomerate und dafür mehr weichere und melodische Synths und Stabs wirken nach den fulminanten Ereignissen nochmal beruhigend. Der Motor raucht zwar noch ein bisschen, aber so what, die Medikamente lassen die Blessuren vergessen und die Welt ist wieder schön. Die Story und das Konzept der EP sind wirklich sehr unterhaltsam und prägen sich gut ein. Die doch eher trockene Soundästhethik braucht vielleicht manchmal etwas Gewöhnung, unterstreicht aber als Stilelement den speziellen Charakter, der längst seine Fangemeinde gefunden hat. Viele Exemplare sind auf jeden Fall nicht mehr verfügbar. defrostatica.bandcamp.com

Wer wissen möchte, wie das Ganze im Mix funktioniert, sei auch noch das aktuelle Set von HomeSick auf Drum an Bass HQ zu empfehlen. Viele eigene Tracks gepaart mit einigen aktuellen Footworkbangern.

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