Tanz-Demo: Freiräume erhalten – Clubkultur schützen

15. Sep, 18

41026145_2148942315317989_2857337855359844352_o

✖✖✖ ECKDATEN ✖✖✖

✖ Uhrzeit der Demonstration:
14 bis ca. 17 Uhr

✖ voraussichtliche Demonstrationsroute:
Auftaktort Johannisplatz ➔ Georgiring ➔ Willy-Brandt-Platz ➔ Tröndlinring ➔ Goerdelerring ➔ Dittrichtring ➔ Martin-Luther-Ring ➔ Abschluss am Wilhelm-Leuschner-Platz

✖ Die Demo wird begleitet von mehreren Redebeiträgen und Wagen.

✖ Im Anschluss an die Demo gehts am Abschlussort weiter mit DJs und Musik.

✖✖✖ AUFRUF ✖✖✖

Freiräume erhalten.

Leipzig ist eine wachsende Stadt. Fast überall in Leipzig steigen die Mieten und an vielen Stellen werden neue Baufelder erschlossen, um den Bedarf nach Wohnraum zu befriedigen. Dies führt zu Effekten der Verdrängung und Verlagerung. Diejenigen, die sich die Mieten nicht mehr leisten können, verschwinden ebenso wie bestehende Nutzungen, die maßgeblich dafür gesorgt haben, dass Stadtviertel sich entwickeln können.

Das Disneyland des Unperfekten ist reif für den Abbruch.

Leipzig wurde einst als “Disneyland des Unperfekten” beschrieben. Es gab Freiräume und damit Platz, Dinge auszuprobieren und umzusetzen. Galerien und Theater entstanden, Szenekneipen und neue Clubs, die wiederum die Ausstrahlungswirkung der Stadt vergrößerten und junge Menschen anzogen. Maßgeblich dafür waren Projekte, wie die Wächterhäuser, die jungen Gründer*Innen Raum für wenig Geld boten und der Umstand, dass es in Leipzig viele leerstehende Häuser mit niedrigen Mieten gab. Das Einkommen war gering, aber der Raum zur Selbstverwirklichung groß. Leipzig wurde zu Hypezig, ein Ort mit vielen Möglichkeiten, mit Ideen und Gründergeist.

Don’t believe the hype.

Doch der Hype frisst seine Kinder. In der wachsenden Stadt geraten alle unter Druck, die sich die deutlich steigenden Mieten nicht mehr leisten können oder wollen oder die aufgrund des Immobilienhandels weichen müssen. Betroffen davon sind die vielen Projekte, die bislang vor allen Dingen ideell betrieben wurden, zu wenig Rendite erwirtschafteten und doch maßgeblich zur Attraktivität der Stadt beitrugen. Betroffen davon sind auch die, die die bisherige Miete zahlen können, die aber Wohnraum weichen müssen, weil dieser für die Baubranche gerade rentabler ist und zwar ohne Rücksicht darauf, was mit den Altmietern geschieht. Oder diejenigen, die schlicht als störend empfunden werden, weil sie nicht der gesellschaftlichen Konvention entsprechen.
Das „4rooms“ im Leipziger Osten musste ebenso weichen, wie nunmehr das „So&So“ unter Druck geraten ist. Andere Gewerberäume, wie Kneipen, mussten zu teilweise horrenden Preissteigerungen neue Verträge unterschreiben. Galerien verschwanden.

Die Stadt ist ein Ort der Ideen.

Die Stadt ist ein Ort für Ideen. Sie dient nicht nur dazu, dass Menschen dort arbeiten und schlafen. Die Stadt ist ein sozialer Ort. Ein Ort, an dem Menschen sich austauschen können, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam die Gesellschaft entwickeln. Dafür braucht es Räume, an denen Menschen sich treffen, Räume, in denen Menschen Ideen verwirklichen können – auch Ideen, die sich nicht sofort ökonomisieren lassen.
Eine Planung und Politik, die ausschließlich der Profitmaximierung und der Ökonomisierung aller Gesellschaftsbereiche Rechnung trägt, legt die Axt an die Grundlagen einer sozialen Gesellschaft.
Freiräume und Treffpunkte des gesellschaftlichen Austauschs wie Clubs und Theater sind für eine soziale Gesellschaft immens wichtig. Es braucht die Orte des Austauschs, gerade in einer Gesellschaft, die mehr und mehr von Anonymität geprägt wird.

Leipzig ist schön gewesen.

Wir wollen eine Stadt für Alle – mit bezahlbaren Mieten, mit Freiräumen. Wir fordern, dass die freie Kultur – wie Clubs – dass Freiräume auch in einer wachsenden Stadt erhalten bleiben.
Es braucht diese Räume, in denen Innovation stattfinden kann. Es braucht Räume, in denen Gesellschaft, sich fern der Arbeitswelt treffen und austauschen kann und zwar über soziale Grenzen hinweg.

Wir fordern, dass die Belange der Clubszene, von Galerien und Off-Theatern und freien Projekten, wie Vereinsräumen, stärker in der Stadtplanung berücksichtigt werden.

Leipzig ist schön – wir wollen, dass es so bleibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.