26 Jahre Distillery w/ Fracture & Sinistarr

19. Okt, 18 @ Distillery

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▲ up ▲
FRACTURE (Astrophonica, London)
SINISTARR (Exit Records/ 20/20 LDN, Detroit)
DJ BOOGA (Defrostatica Records, Leipzig)
DJ YUMYUM (Eclectic, Leipzig)
MI0M (Esslingen)

Diesen Freitag zelebrieren wir internationale Bassmusik mit dem undogmatischen Händchen am Pitchfader: Breakbeats auf Subbässen? Ja, unbedingt. Tempofestlegung? Nein, danke. Die musikalische Brücke zwischen Großbritannien (Drum and Bass, Jungle, Grime) und den USA (Footwoork, Juke, Ghettotech) steht unter Spannung, weil sich Labels und Künstler auf beiden Seiten des Atlantiks vom Genredogmatismus gelöst haben und wir freuen uns, zwei der Protagonisten an diesem Abend präsentieren zu können.

Londons Astrophonica Boss Fracture hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, die Koordinaten für Underground Club Sound in Richtung Offenheit zu verrücken: „Get Down To The Funky Beat“ hat 2012 Chicagos Juke Sound auf dBridge’s Exit Records gebracht. Ein Jahr später hat er Digital & Spirits ikonisches „Phantom Force“ in Halbtempogewand gekleidet und es hinbekommen, den Autonomic Sound mit UK Hardcore zu verweben, was er mit „From Early“ gemeinsam mit Chimpo auf Metalheadz quasi auf die Spitze trieb. Das endgültige Testament an Freshness hat er 2017 mit der Labelcompilation „Gradients“ in schwarzbrummenden Stein gemeißelt – einem Best Of an flirrenden 160 BPM Tracks und körperbetonten 85 BPM Kloppern. Die Vorfreude auf den Fusion Rave des britischen Botschafters ist leicht ungebremst.

Sinistarr fusioniert seit über einem Jahrzehnt wie kein anderer Detroit Techno Sound und Ghetto Tech mit Drum and Bass und Jungle. Auf Metalheadz Platinum erschien 2011 der Track „Solar 9“ mit sperrigen Electro Synths und dem Computerstimmenansage „You can’t tell us how to play our music, you can’t tell us how to play our sound.“ – Musik und Haltung in einzigartigem Einklang. Fünf Jahre später drehte Sinistarr noch weiter an der Konsequenzschraube als er mit seiner „Naine Rouge EP“ auf Exit ein Ghetto Tech High-Five mit Detroit Techno landete und dabei seine Heimatstadt-Legenden DJ Stingray und DJ Nasty aka Detroit’s Filthiest dem staunenden europäischen Publikum vorstellen konnte. Im Januar 2017 hat er in der Distillery bei einer Defrostatica Labelnacht schon einmal den Keller mit Euphorie geflutet, dieses Jahr dann eine Etage höher.

Mit der Vorstellung von DJ Booga wird auch gleich die Brücke zu Sinistarr und Detroit’s Filthiest nach Amerika geschlagen, beides Label-Artists des Leipziger Drum and Bass und Breakbeat Aficionados. Seine Mission ist die gezielte Aufweichung der Genregrenzen mit der Betreibung von Defrostatica Records. Persönliches Highlight für ihn in 2018 ist die Veröffentlichung von drei EPs heimischer Künstler (Schmeichel & Maltin Worf) sowie die lokale Grundlagenforschung in Form der „Future Sound of Leipzig“ Compilation mit 17 KünstlerInnen.

DJ YumYum ist quasi der Fixate Leipzigs – Highspeed Acid auf Juke Rhythmen mit dem zuverlässigen Blick auf den Climax Moment. Gestern Glücklichmacher auf Monis Rache, heute EclecticBass Repräsentant und morgen Defrostatica Vinyl.

mi0m ist eine Bass plus Techno Enthusiastin aus Süddeutschland. Ihre elektronischen Wurzeln liegen irgendwo zwischen 90er-Jahre Techno und dem Trip-Hop der frühen 2000er. Ihren Style bezeichnet sie als „EclecticBass“, denn der entzieht sich Genregrenzen und bewegt sich ständig auf der Suche nach neuen, komplexen Sounds. So lässt sie die Zuhörer*innen ihrer Sets immer wieder zu neuen musikalischen Ufern aufbrechen.

Motto des Abends: When I say Footwork, you say Jungle!

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