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audite

Hey Leute hier mal das offizielle Statement der GSO zur aktuellen Lage.
Ihr seid herzlich dazu eingeladen den Text im Netz in Foren, Blogs, bei Myspace oder wo auch immer zu verbreiten....

Stadt Leipzig untersagt Global Space Odyssey alle Aftershows

„Freiräume nutzen, Visionen entwickeln, Selbstverwirklichung leben [...]. Freiheit in Leipzig bedeutet, Freiräume für die Verwirklichung von Lebensplänen an einem aufstrebenden vitalen Standort mit hoher Lebensqualität“. So wirbt die Stadt Leipzig für ihr Projekt „Leipziger Freiheit“. Für uns, die Global Space Odyssey, klingt das wie blanker Hohn. Denn leider wird in der Praxis mit zweierlei Maß gemessen. Die Stadt Leipzig fördert die Entwicklung der Wirtschaft und der sog. Hochkultur. Zweifelsohne ist es ihr gelungen die Attraktivität der Stadt und ihr ökonomisches Potential auszubauen. Was jedoch die Subkultur betrifft, die einer Stadt wie Leipzig einen individuellen Charakter verleihen kann, ist von Selbstverwirklichung und Freiraum leider nichts zu spüren. Die aktuellen Ereignisse bestätigen dies einmal mehr.
Die Global Space Odyssey hat sich in den letzten Jahren von einer Hanfparade in eine kulturpolitische Demonstration mit Musik verwandelt. Sie macht sich stark für eine größere Akzeptanz und Unterstützung der freien Kultur-Szene in Leipzig. Die genauen Inhalte der Global Space Odyssey sind unter www.gso-le.de abrufbar.
Uns war es seit der Neuausrichtung der GSO 2008 wichtig, mit der Stadt in Dialog zu treten, um gemeinsam Lösungen für bestehende Probleme zu finden. Der Stadt ist bekannt, dass, in Ermangelung ausreichender und zur Verfügung stehender Locations, illegale Veranstaltungen aus der Kunst-, Kultur- und Musikszene in nicht genehmigten Gebäuden oder auf Freiflächen stattfinden und geht auch rigoros dagegen vor. Alternativen werden kaum oder gar nicht geboten. 2008 thematisierten wir dies auf der Parade und setzten uns Anfang 2009 mit dem Ordnungsamt zusammen, um über mögliche Lösungen für das Problem zu reden. Man versicherte uns, dass das Problem verstanden wird und gelöst werden müsse, nur wie, blieb eben offen. Es gibt rechtlich kaum Spielraum, um eine frei zugängliche, von der Stadt verwaltete Freifläche für Veranstaltungen derlei Art nach 22 Uhr genehmigt zu bekommen. Die bürokratischen und rechtlichen Hürden sind nahezu unüberwindbar und lassen keinen Raum für Diskussionen. Die Wurzel des Problems ist nur politisch und verwaltungstechnisch lösbar, doch hier haben wir so gut wie keinen Einfluss.
Man hat das Gefühl, dass die Freie Szene der Stadt ein Dorn im Auge ist. Der aktuelle Kulturbürgermeister Faber soll z.B. vor seiner Wahl über die Freie Szene in Leipzig geäußert haben: „Sie habe zumeist keine überregionale Ausstrahlung, sei weniger ein kultureller als vielmehr ein sozialer Raum. Sie habe vor allem die Funktion eines Kompensationsraumes für Problemgruppen.“ Ein Dementi von ihm ist, zumindest im Internet, nicht zu finden.
Andere politische Verantwortungsträger und deren Ämter, Ordnungs- und Bauordnungsamt, ignorieren die soziokulturelle Bedeutung der Freien Szene gänzlich und bringen einzig und allein harte Auflagen in Stellung.
Projekte, die ehrenamtlich, selbst verwaltet und nicht kommerziell sind, scheinen nicht wichtig genug, um unterstützt zu werden. Fast der komplette Kulturetat fließt in die sog. Hochkultur und die Freie Kultur-Szene kämpft schon lange für 5% dieses Etats. Zahlreiche Kulturräume, DJ-Crews und andere freie Kulturschaffende erheben nicht einmal Anspruch auf Förderung, werden aber in ihrem Schaffen durch unzählige Stolpersteine und Blockaden behindert. Man fragt sich, warum das so ist? Denn auch die Freie Szene trägt erheblich zu einem guten Ruf Leipzigs bei und ist für viele junge Leute von außerhalb ein Grund, nach Leipzig zu ziehen. Leipzig wird oft als Alternative zu Berlin wahrgenommen, da die Stadt zumindest auf den ersten Blick ein hohes Potenzial für freie Entfaltung bietet. Mit ihrer städtebaulichen Struktur, insbesondere der geschichtsträchtigen Industriearchitektur, bietet die Stadt Leipzig einen attraktiven Platz für Künstler, Kreative und Freigeister, deren Arbeit und Leistung einen Beitrag zur Profilschärfung der Stadt leisten kann. Doch wird der Enthusiasmus vieler Aktivisten nicht unterstützt, sondern ausgebremst und gestoppt ohne Alternativen zu schaffen. Das ist auf Dauer frustrierend und führt zu Resignation.

Auch dieses Jahr wird nun wieder die GSO am 25.07. mit viel Musik - aber eben auch einer Botschaft - durch die Stadt ziehen, um eine Plattform für all jene zu bieten, die sich zur Freien Szene in irgendeiner Art zugehörig fühlen. Enden wird die Parade am Richard-Wagner-Hain und traditionell sollte danach in diversen Locations der Abend mit noch mehr Musik ausklingen. Ironie des Schicksals ist es, dass die Probleme, die die GSO thematisiert, sie selbst am härtesten treffen. So wurden alle drei Veranstaltungsstätten von der Stadt untersagt und dies teilweise mit fadenscheinigen Begründungen. Wir haben das Gefühl, dass es weniger um die Locations an sich geht, als vielmehr um die einmalige Durchführung der GSO Aftershows an diesem Abend.

Locations, die jahrelang geduldet wurden oder die mit der Stadt gemeinsam nötige Genehmigungen und Konzessionen erarbeitet haben, bekommen unter Androhung des Verlustes ihrer bereits bestehenden Genehmigungen untersagt am 25.07. Veranstaltungen durchzuführen. Eine Begründung, warum dies nur an diesem Abend gilt, gibt es nicht. Zudem wurde klar gemacht, dass diese Locations an diesem Abend alle auf einer Sonderroute der Polizei liegen werden und diese notfalls dafür sorgt, dass die Veranstaltungen aufgelöst werden. Somit werden Locationbetreiber und Veranstalter zusätzlich eingeschüchtert.
Die Global Space Odyssey war immer eine friedliche und bunte Demonstration - das soll sie auch bleiben! Ebenso die Aftershows in diversen Locations sind traditionell ohne Probleme abgelaufen. Mit dem unverständlichen Verhalten, welches derzeit von der Stadt und der Polizei ausgeht, schürt man bewusst oder unbewusst Frustration. Dies können wir nicht hinnehmen und bitten die Verantwortlichen, sich in der Art und Weise ihres Handelns über diesen Punkt im Klaren zu sein. Wir möchten verhindern, dass der friedliche Charakter der Veranstaltung verloren geht und werden als Organisatoren in keinem Fall irgendeine Form der Eskalation forcieren und sind jederzeit gesprächsbereit und offen für Lösungsvorschläge.
Wir prüfen derzeit, ob es noch adäquate Ausweichmöglichkeiten für diesen Tag gibt. In der Kürze der Zeit ist dies fast unmöglich, da auch hier wieder ein Berg von Genehmigungen einzuholen ist. Sollte nichts gefunden werden, wird die Parade, wie geplant, am Richard-Wagner-Hain enden und dort ausklingen.

Die GSO 2009

J.SN

die stadt leipzig soll man verstehen.

um zu zeigen das wir auf kulturrepression keinen bock haben ist IT'S YOURS! mit nem fetten 7,5tonner mit am start und wird ordentlich bassrabbatz machen.

mit dabei sind:

sH1
Peak Phine
Santini
Dentrid
Shape
Remasuri
J.SN

und als host schnemann mc

also: auf die straße! fertig? los!

loco

Die Vibes Ambassadors und das Artensionteam zeigen auch wieder Flagge und sind ebenfalls mit nem 7,5Tonner und außerdem mit einer garantiert negierten & patentierten ;) Nadelhüpftechnik ausgerüstet. (Die enormen Forschungskosten übernehmen Kickersin und Blackdecks. Gazprom zog sich angeblich aus Mangel an finanziellem Backround zurück)

Rundfreifunk

http://www.mottt.fm wird live via Internetradio berichten (13-19 Uhr) mit den Worten:
"wir springen von truck zu truck, übertragen bunte musik und erzählen lustigen unsinn.. auch die kundgebungen kannst du dir bei uns anhören :-)"

Liveübertragung auch zu Radio Blau (freies Radio in Leipzig) 12-14 Uhr und 15-16 Uhr...

also bitte Internet- bzw. UKW-Radios einschalten!

Vibes Ambassadors

Wir freuen uns schon auf alle Wagen und Leute die am Start sind..Noch 3mal schlafen :)

audite

nach der ganzen scheiße, die passiert is, war es nicht einfach ersatz aufzutreiben aber irgendwie haben wirs geschafft. dennoch hätten wir es uns natürlich anders gewünscht. so müssen wir das nehmen, was möglich ist. leider sind 2 der 3 floors eher ein kompromiss aber gut...
im klartext heißt das, dass der chillout floor und der goa floor leider weichen müssen. wir haben goa nicht aus dem programm gekickt, sondern es war der crew einfach nicht möglich, in der kurzen zeit noch einen anständigen floor zu gestalten bzw. wäre es eh schwierig geworden ursprünglich 7 floors auf 3 runter zu quetschen. es war aber ausdrücklich ihr wunsch auf den floor zu verzichten.
das ergebnis sieht folgendermaßen aus:

Location: WERK II
Kochstr. 132

1st Floor (Mashup / DnB / Dubstep):
23.00-00.00: Sencha & Peak Phine (Black Belt Boogie)
00.00-01.00: Full Contact (Rolling Sounds)
01.00-02.00: Loco (Artension Team)
02.00-03.00: audite (Boundless Beatz)
03.00-04.00: Dali (Knagge)
04.00-05.00: Derrick (Ulan Bator)
05.00-07.00: Proceed (Nasdia)


2nd Floor (Electro / Minimal):
23.00-01.00: Headnoaks & Magnetic (Blackred)
01.00-03.00: Kraftsport & Simply TE (Endorphinschub)
03.00-05.00: Markus Masuhr (Insectorama)
05.00-07.00: Trippl.e.& Strom (Ostprodukte / DHF)


3rd Floor (Funk / Soul / Reggae / Dancehall):
23.00-00.30: Dynamite soul
00.30-02.00: Sunsetsoul
02.00-03.00: Selectah Spinback (Da Switch)
03.00-04.00: Pablo Gunzales (Hakuna Matataa)
04.00-06.00: Vibes Ambassadors


trotz dessen, dass wir mit der neuen location auch wesentlich mehr an kosten tragen müssen, bleiben wir bei 5€ eintritt und hoffen, dass ihr zahlreich von dem angebot gebrauch macht, damit auch noch genügend für die wagen über bleibt.
lasst euch nicht entmutigen und feiert mit uns auf der straße und auf der aftershow eine friedliche und ausgelassene feier und zeigt, dass wir eine kultur sind, die ihren freiraum verdient hat!

rock on...

showflakes

so assi es is, dass die stadt so einen rabatzz macht, so fetze is es auch, dass es trotzdem irgendwie geht und es bestimmt ein super schöner abend wird! ich freu mich drauf!
ach und von wegen entmutigen: jetzt erst recht!

sencha


2mal LVZ vom 23.7.09

Local Party Odyssey

Kulturpolitische Demo Global Space Odyssey ohne städtische Genehmigung
für die Fete nach dem Umzug am Samstag

Sie wollten feiern, tanzen und demonstrieren. Doch die Organisatoren der
alljährlich stattfindenden Global Space Odyssey haben ihre Pläne ohne
den Einspruch der Stadt gemacht. Demo und Musikumzug: ja,
Aftershowparty: nein. So in etwa muss die Ansage des Ordnungsamtes für
Organisator Jan Stern letzte Woche geklungen haben. Kurzfristig teilte
die Stadt Leipzig mit, dass Clubveranstaltungen in besagten Orten nicht
gestattet würden.
Für Jan Stern ein Dilemma in Leipzig: "Es gibt zu wenige Orte, an denen
Veranstaltungen der Musikszene stattfinden können." Schon im vergangenen
Jahr waren die Veranstalter der kulturpolitischen Demonstration unter
anderem deswegen auf die Straße gegangen. Da trugen die Leute im Gefolge
der Laster, von denen Musik dröhnte, auch Plakate, die auf die Misere in
der Szene aufmerksam machten. Geändert habe sich aber nichts, so Stern.
Geplant waren die Aftershow-Parties für dieses Jahr im Superkronik, in
der Damenhandschuhfabrik und der Gieszerstraße 16, weil sie in der Nähe
des Richard-Wagner-Hains liegen, wo die Parade ihr Ende finden soll.
Letzte Woche dann das Aus -- Stern sieht in der Ankündigung der Stadt
eine bewusste Aktion gegen die Global Space Odyssey. "Nicht zuletzt
auch, weil gezielte Polizeieinsätze angekündigt wurden", erklärt er.
"Dabei können wir nur mit den Abendveranstaltungen unsere Kosten
decken", sagt er. "Besonders schizophren finde ich, dass das Verbot für
Veranstaltungen nicht generell ausgesprochen wird, sondern lediglich für
den 25. Juli." Zwar erkennt er an, dass die Rechtslage auf Seiten der
Verwaltung steht, die Einzelentscheidungen bleiben ihm jedoch
unverständlich. "Vielleicht herrscht da eine gewisse Angst vor
Ausschreitungen. Die hat es bisher aber nie gegeben -- und die erwarten
wir auch in diesem Jahr nicht", versichert Stern.
Verantwortlich für die Entscheidungen gegen Damenhandschuhfabrik und
Gieszer 16 ist Bauordnungsamtsleiter Hans-Gerd Schirmer, der auf auf
bauliche Ursachen verweist. "Die ehemalige Damenhandschuhfabrik hat
keine Erlaubnis für einen Clubbetrieb -- nur eine für einen Umbau. Erst
wenn die geforderten Band- und Lärmschutzbestimmungen erfüllt sind, kann
ich die Erlaubnis erteilen." Ausnahmen hat es aber gegeben. Erst im Mai
hatte es eine Veranstaltung -- in der gleichen Größenordnung wie am
Samstag geplant --noch gegeben, so Fabrik-Betreiber Michael Mahne.
Welche Gründe bei dem Veranstaltungsverbot für das Superkronik -- eine
Location mit allen Genehmigungen, laut Stern -- eine Rolle spielten,
konnte Schirmer nicht sagen. Damit habe er nichts zu tun gehabt. Auch
von Seiten der Stadt war gestern dazu keine Erklärung mehr zu erfahren.
Eine Local Party Odyssey: Irrationale Einzelentscheidung oder
berechtigte Sicherheitsbedenken? Die baurechtlichen Regelungen sind
kompliziert, die Begründung der Stadt wenig transparent. Fest steht,
dass die Kommunikation zwischen Szene und dem Rathaus nicht funktioniert.
Eine gute Nachricht: Die Organisatoren haben kurzfristig noch eine
Stätte für ihre Aftershow-Party gefunden. Das Werk II unterbricht seine
Sommerpause und öffnet am Samstag seine Türen. Dort kann dann zu guter
Letzt doch noch getanzt und demonstriert werden -- auch wenn die Gäste
vorher durch die ganze Stadt fahren müssen. Kerstin Leppich
@gso-le.de


***

Hickhack um die Gießerstraße 16
Stadt sagt Notartermin für Grundstücksverkauf ab / Bauordnungsamt sperrt
Konzertsaal

Über die Leute von der Gießerstraße 16 wurde bereits ein Dokumentarfilm
gedreht -- freilich mit offenem Ausgang. Nun sollte eigentlich das Happy
End folgen. Für heute hatte die Stadt Leipzig einen Notartermin
angesetzt, bei dem der Verkauf des Grundstücks an die Nutzer geplant
war. Doch im letzten Moment kam es ganz anders.
Nicht nur Stadträtin Ines Hantschik (Linke) ist über die neueste
Entwicklung frustriert. "Drei Jahre lang wurde verhandelt und dann so
was", schimpft sie. "Die Nutzer der Gießerstraße 16 brauchen das
Grundstück, um einen Sanierungskredit für die alten Bauten zu erhalten.
Eigentlich sollte der Vertragsschluss bei einem Konzert an diesem
Wochenende gefeiert werden."
Grund zum Feiern hat der Plagwitzer Verein für Stadtteilförderung, Wohn-
und Kultur nun erstmal nicht. Nach LVZ-Informationen hat die Stadt den
Notartermin vor wenigen Tagen abgeblasen. Grund dafür war ein Schreiben
des Rechnungsprüfungsausschusses an den Oberbürgermeister. Inhalt: Der
Verkauf des 2770 Quadratmeter großen Areals erfülle den "Tatbestand
einer unzulässigen Subventionierung und Ungleichbehandlung" gegenüber
anderen Vereinen. Konkret bemängelt wird, dass die Nutzer des Plagwitzer
Wohnprojektes bis heute keinen Cent Miete an die Stadt gezahlt haben.
Das stimmt, ist aber keine Neuigkeit.
Bereits im September 2008 informierte die LVZ über die Verkaufspläne für
das traditionsreiche Gelände. Damals hatte Ralf Rinner vom
Liegenschaftsamt erklärt, dass sich trotz jahrelanger Bemühungen kein
anderer Interessent für die alten Fabrik- und Lagerhallen gefunden habe,
die der bekannte Unternehmer Rudolf Sack ab 1880 an der Stelle errichten
ließ. Seit dem Auszug der Firma Bodenbearbeitungsgeräte (BBG) 1996
standen die maroden Gebäude komplett leer. Fünf Jahre später erhielten
die Vereinsmitglieder -- zumeist Studenten, Auszubildende oder
Arbeitslose -- von der Stadt einen unentgeltlichen
Besitzüberlassungsvertrag. Seit 2004 bezahlten sie alle Nebenkosten
(Steuern, Straßenreinigung, Regenwasserpauschale) ohne Beanstandungen,
so Rinner. Den Abschluss eines Mietvertrages, den die Stadt im November
2006 anbot, lehnte der Verein hingegen ab. Der monatliche Pachtzins
sollte 462 Euro betragen.
Dies alles wussten zumindest die Stadträte, die im
Grundstücksverkehrsausschuss mitarbeiten, seit langer Zeit. Am 8. Juni
2009 beschloss der Ausschuss einstimmig den Verkauf des Areals für 57
000 Euro. Zuvor hatten die Plagwitzer eine Finanzierungsbestätigung der
Volksbank Leipzig über 100 000 Euro sowie ein Sanierungskonzept für die
alten Hallen erbracht. Ebenfalls im Juni befasste sich der
Rechnungsprüfungsausschuss erstmals mit dem Thema. Die Kommune solle vor
einem Verkauf versuchen, die Miete nachzufordern, empfahl dieses
Gremium. Laut Hantschik fehlt dafür aber die rechtliche Grundlage, da ja
nie ein Mietvertrag unterschrieben wurde. "Der
Rechnungsprüfungsausschuss ist nur ein beratendes Gremium. Er kann die
Beschlüsse des Grundstücksverkehrsausschusses nicht außer Kraft setzen",
kritisiert sie. "Das ist ein klarer Rechtsbruch und ungeheuerlich."
Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) spricht von einer
"ärgerlichen Verzögerung, aber wir sind bemüht, den Kaufvertrag so
schnell wie möglich abzuschließen. Natürlich müssen die rechtlichen
Bedenken vorher geprüft und aus der Welt geschafft werden." In den
nächsten Tagen solle dazu ein Gespräch mit den Plagwitzern stattfinden.
Die Betroffenen wollen sich erst nach diesem Treffen zur Sache äußern,
so ihre Anwältin Doreen Blasig-Vonderlin. Ob das Konzert am Wochenende
überhaupt stattfindet, ist ohnehin fraglich. "Wir mussten den
Veranstaltungssaal vor zwei Wochen baupolizeilich sperren, weil er nicht
den heutigen Brandschutzstandards entspricht", erklärte Hans-Gerd
Schirmer vom Bauordnungsamt. Jens Rometsch
© Standpunkt

J.SN

"hier kommen jetzt wagen mit relativ lauter musik"

http://www.youtube.com/watch?v=xSRiLxWFTAg

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