Das Metalheadz-Remix Outlet hat sich für das neue Release sechs Jahre Zeit genommen. Offensichtlich gab es in dieser Zeit nichts, dass es wert war neu abgemischt zu werden. Loxy & Ink und Spirit zeigen mit ihren Interpretationen der Klassiker "Angel" und "Sinister", wie sich der Sound in einem Jahrzehnt geändert hat.
Und was für eine Bombe "Angel III" von Loxy & Ink ist, zeigten die Reaktionen auf die Dubplate, die DJ Storm bereits im November vergangenen Jahres im Leipziger Conne Island spielte. Die Vocals ließen die zwei Metalheadz von einer befreundeten Sängerin neu erklingen, die mit ihrem Können Charlemagne alle Ehre macht. In einer halben Stunde waren die Record-Sessions vorbei und die Lines wurden in ein raffiniert geplantes Arrangement eingepasst. Im Gegensatz zum Original startet der Track nicht mit der stotternden Sirene, sondern mit den verheißungsvollen Flächen des Breaks. Mit dem putzigen Vogelgezwitscher im Hintergrund wird ein Kontrast zu dem kommenden Inferno geschaffen, was im Prinzip völlig dem Goldie-Style entspricht. "Angels of my soul, stay with me, don't let go" - so fliegen die Stimmen über 4 on the floor claps. Langsam fadet das Intro aus und das Angel-Motiv schält sich aus den Tiefen. Stille. Der Irrsinn beginnt und spendiert den Bassfanatikern eine Subline, die auf eine coole und relaxte Weise die Beats nach vorne trägt. Im Break breitet der Melodie-Engel wieder seine Flügel aus und wechselt Beat und Bass - purer Zucker. Doch der bleibt nicht lange auf dem Tablett: er wird förmlich heruntergehämmert. Synkopisches Klopfen, das klingt als würde man im U-Boot Schläge an die Außenwand hören, gibt den Takt für das Grand Finale vor. Spirit ist über diesen Phantom Audio Rip Off sicher aus dem Häuschen gewesen... Andererseits fragt man sich beim Hören des Sinister-Remixes, wie das Original geklungen haben muss, denn Spirit macht es definitiv zu seinem Track. Obwohl ein gutes Dutzend bekannter Goldie-Samples umherschwirren und die Thematiken bekannt scheinen, so bleibt der Mix das Machwerk des Groove-Tiefstaplers. Macht sich im Mix Set ideal, weil er nicht vordergründig losplatzt sondern etwas langsamer seine Wirkung entfaltet. Spätestens bei den markanten Jet-Sounds gibt es kein Halten mehr.
Natürlich klingt "Angel" im Original gerade im Bassbereich gegenüber dem Remix etwas dünn. Hier manifestiert sich das gewandelte Mastering-Handwerk aufs Feinste. Fakt ist, "Angel III" kommt nicht an den Klassiker heran, was man aber in den meisten Remixfällen feststellen kann. Dennoch wird diese Razors Edge häufiger als ihre Vorgänger-Releases gespielt werden, da sie schlicht die dancefloor-tauglichste ist.
Leider kann ich diesen Vergleich bei "Sinister" nicht ziehen. Zu dieser Zeit hatte ich von Reinforced nur eine Platte und die war von 4 Hero ("Golden Age"). Im Dollis Hill Online Store hat die Enforcers Vol. 5 zuletzt 21,79 Pfund gekostet. Bekommen wird man sie sicher nur noch mit viel Glück bei Ebay oder einer Schallplattenbörse.
Originale:
Goldie - Angel 12" - 1995
FFRR - 850 317-1
A1 Angel (Album Version)
A2 Saint Angel (Original Mix)
B1 Angel (Peshay Back From Narm Mix)
Enforcers Vol. 5 - 1993
Reinforced Records RIVET 1251
Grooverider - Sinister (The Influence Remix)
Nookie - Phobia
Rufige Kru - Manslaughter (Part One: Runners Edge)
Doc Scott - Street Knowledge (The Lost Track)
Razors Edge Discografie:
razors edge 001 - 1995
Goldie - Still Life (Photek Remix)
Photek - The Rain (Photek Remix)
razors edge 002 - 1996
Peshay - Jah (VIP Rollers Mix)
Dillinja - Deadly (Deep Subs Remix)
razors edge 003 - 1996
Source Direct - This Is A Bad Rmx
Source Direct - The Cult Remix (The Initiation Test)
razors edge 004 - 1997
Goldie - Kemistry V.I.P. (Grooverider Remix)
J Majik - Your Sound (Remix)
razors edge 005 - 1997
Rufige Kru - Dark Metal (Source Direct Remix)
Source Direct - Stonekiller (Remix)
razors edge 006 - 1998
Digital & Spirit - Mission Accomplished
Digital - Far Out Remix
razors edge 007 - 2004
Goldie - Angel (Loxy & Ink Remix)
Metalheadz feat. Grooverider - Sinister (Spirit remix)





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