Another Post Is Possible!

Der Kohlrabizirkus ist ja nun keine kleine Hütte und meine Fähigkeit mir Wegbeschreibungen zu merken so gut wie nicht existent, deswegen war ich ganz froh, dass der Eingang vom zukünftigen Institut für Zukunft (ist das jetzt Futur II?) durch geparkte Fahrräder, sanft durch die Hitze zu mir waberndem Bass und einem großen Baumüll-Container nicht zu verfehlen war. Denn bevor der neue Club voraussichtlich im Herbst eröffnet und die Crowdfunding-Kampagne, die einen Teil der geplanten Kirsch Audio Anlage finanzieren soll, in zwei Wochen vorbei ist, haben sich Emilia und Tobias, die beide mit im Orga-Kollektiv des IfZ tätig sind, für ein Interview mit IT‘S YOURS Zeit genommen. Nach einer Begehung der baldigen Partyräumlichkeiten, in denen überall fleißig geschuftet wird, haben wir uns im Noch-Pausenraum zusammengesetzt und eine ganze Weile geredet. Herausgekommen ist (unter anderem dank dem fabelhaftem Z*** *** **** Recorder – Achtung, off-topic Pathos: Ich muss an dieser Stelle mal ganz Oscar-like allen danken, die mir das Ding zum Geburtstag geschenkt haben, weil ich das Gefühl nicht los werde, das immer noch nicht im angemessenen Rahmen getan zu haben. Ihr seid der Wahnsinn! Danke! Und jetzt back to business) dieses Interview, das ihr unbedingt bis zu Ende lesen solltet, weil unten noch weitere Tolligkeiten in Bild und Ton warten. Ey und einfach scrollen ist Beschiss!

Tina: Ihr kommt alle aus unterschiedlichen Crews, die bisher schon Partys veranstaltet haben. Wie habt ihr euch gefunden und was hat euch dazu bewegt gemeinsam einen Club gründen zu wollen?

Tobias: Das ist nicht nach Plan verlaufen. Wir hatten vorher kein Konzept, in dem wir gesagt haben, wir möchten gerne die und die Partycrew dabei haben, sondern das ist eher mit der Zeit gewachsen. Wir haben Veranstaltungen in Leipzig organisiert, das war einmal das Institut für Zukunft, Reste von Homoelektrik, Vertigo, IO, NullUnendlich… Außerdem sind noch viele verschiedene Leute dazugekommen, die sich aus politischen Zusammenhängen kennen, vom Feiern am Wochenende oder zusammen Musik machen und so hat sich das zusammengefunden.
Die Veranstaltungen haben in verschiedenen Locations stattgefunden, in die wir uns eingemietet haben. Da ist man sich auch begegnet, war im Austausch miteinander, hat gemeinsam Sachen gemacht. Aber es war eben das Bedürfnis da, einen eigenen Ort zu finden und als es dann die Möglichkeit gab, das hier an diesem Ort zu machen, haben sich die Leute zusammengetan. Dadurch ist so ein großes, Netzwerk entstanden, das sehr vielseitig ist und das Ganze zu einer interessanten Sache macht.

Wann habt ihr zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt einen eigenen Club aufzumachen? Fing es mit einer fixen Idee an oder war das Thema gleich ernst und real für euch?

Tobias: Ich bin vor ungefähr zwei Jahren nach Leipzig gezogen und da gab es immer schon solche Gespräche – meist nach Partys – wie toll und wie notwendig es eigentlich wäre, einen eigenen Club hochzuziehen. Und es gab ein paar Leute, die auch schon mal nach Räumen gesucht hatten, da ist es aber immer stecken geblieben. Es gab schon den ernsthaften Wunsch, sowas zu machen, aber es ist nie über den Punkt hinaus gekommen, geeignete Räumlichkeiten zu finden. Wir [das Orga-Kollektiv] haben dann für uns gesagt, dass wir nochmal einen neuen Anlauf wagen wollen und haben die Suche nach Räumlichkeiten mehr strukturiert, haben versucht organisierter vorzugehen, haben uns auch einige Sachen angeschaut, bis wir dann hier auf diese Räumlichkeiten gestoßen sind. Und hier waren wir uns auch gleich sicher, dass es der richtige Platz ist, weil alle Bedingungen erfüllt waren, die wir an die Räume gestellt haben: Was Anwohner angeht und auch das Flair, der Charme, den so eine Räumlichkeit ausstrahlen sollte, das hat alles gepasst hier für uns. Darum war diese Location unsere erste Wahl und das hat ja auch ganz gut geklappt. Das Ganze ist also schon so aus einer fixen Idee heraus entstanden und auch weil man gesehen hat, wie zum Beispiel FreundInnen vom ://about blank das in Berlin gemacht haben. Da ist aus der fixen Idee dann etwas Ernsthaftes geworden.

Emilia: Dass wir den Ort gefunden haben, war im Mai letzten Jahres. Hier haben wir gesagt: „Der ist es, der passt zu dem, was wir uns vorstellen.“ Dann haben wir einen Business-Plan geschrieben, uns überlegt, ob sich das rentiert, wie wir uns strukturieren und wie wir das aufbauen. Wir haben Behörden abgeklappert, Architekten beauftragt und Leute gefunden, die die verschiedenen Aufgaben übernehmen. Das sind jetzt hauptsächlich Leute aus dem Freundeskreis. Es ist ganz gut, dass es vorher schon diese große Gruppe gab und genau davon sich viele Leute zusammengefunden haben, um auch in den verschiedene Bereichen mitzuarbeiten.

Was waren denn für euch entscheidende Kriterien bei der Wahl der Immobilie? 
Wie wichtig war euch der Standort bzw. habt ihr Wert darauf gelegt in einem bestimmten Stadtteil unterzukommen?

Tobias: Wir hatten uns schon gewünscht eine Location im Süden zu finden, aber nicht unbedingt damit gerechnet, dass es klappt – aber es hat geklappt!
Bei der Veranstaltungsreihe Vertigo gab es immer wieder das Problem, dass wir in vielen Locations keinen zweiten Floor einrichten konnten. Aber es war uns war wichtig, neben dem Mainfloor, auf dem eher straighter Techno gelaufen ist, immer auch einen zweiten Floor zu haben, auf dem man ein bisschen mehr rumexperimentieren, verspieltere Sachen spielen kann, auf dem gebrochene Stile oder Chillout-Musik laufen, so dass Leute sich ein bisschen ausruhen oder unterhalten können. Deswegen ist ein ganz wesentlicher Punkt unseres Konzepts und war auch immer Bedingung, die wir gestellt haben, dass wir gerne einen zweiten Floor haben und fest einrichten wollen.

Emilia: Dass wir hier keine Anwohner stören ist ideal. Um das Gebäude herum stehen hohe Mauern, wodurch man niemanden stört. Da kann sich niemand beschweren, wenn am Wochenende hier lauter Bass läuft. Schallschutzemissionsgutachten haben wir auch schon eingeholt. Die Raumaufteilung ist sehr großzügig, man hat hier viel Platz für alles, schon vorne im Eingangsbereich, sodass man nicht so gequetscht reinkommen muss. Ich glaube, das macht viel aus für das Club-Feeling.

Tobias: Es war zwar nicht unbedingt eine Vorbedingung von uns, aber es hat sich immer mehr herauskristallisiert, dass wir diesen ganzen Club-Bereich – die fast 900qm – in drei Teile teilen. Das bietet sich an, weil es in dem ersten Teil hier vorne und dem Gebäudeteil, der nach dem großen Dancefloor kommt, jeweils sanitäre Einrichtungen geben wird und so könnte man zum Beispiel auch nur den vorderen Teil mit einer kleinere Veranstaltung unter der Woche bespielen. Das passt gut zu unserem Konzept, da wir auch kleineren Sachen Platz einräumen wollen, bei denen schon im Vorfeld klar ist, dass statt 300 oder 500 vielleicht nur 50 Leute kommen. Da ist es gut, wenn man nicht immer diesen Riesenclub öffnen muss. Denn es soll eben auch für so etwas Platz sein und wir wollen nicht nur dem Denken unterworfen sein, dass es möglichst profitabel sein muss, sondern es soll eben einfach musikalisch anspruchsvoll sein und natürlich auch Spaß machen – wir wollen ja auch Freude daran haben und nicht nur vom Profit her funktionieren. Natürlich muss auch gewährleistet sein, dass sich der Laden trägt und wir das finanzieren können, aber das soll nicht im Vordergrund stehen.

Der Slogan eurer Crowdfunding-Kampagne ist „Another Sound Is Possible“. Das und auch die Aussage, dass ein „Club mit einem alternativen Konzept in Leipzig fehlt“, lässt mehr als vermuten, dass ihr in den bereits existierenden Leipziger Clubs etwas vermisst. Wie nehmt ihr die Club- und Partylandschaft in Leipzig wahr? Womit wollt ihr sie bereichern und was ist das Alternative an euerem Konzept?

Emilia: Bei unserem Club geht es vor allem darum eine bestimmte musikalische Ausrichtung in die Stadt zu bringen. Es gibt natürlich in Leipzig viele Orte, es gibt auch mehrere Clubs. Jedoch nehmen wir das so wahr, dass es zur Zeit gerade im Bereich Techno oder auch an experimentelleren Sachen noch etwas fehlt. Es gibt zwar zum Beispiel auch im Zorro und so weiter Veranstaltungen in die Richtung, aber nicht im Club-Kontext. Es ist eben etwas Anderes, wenn man in einen Club geht, wo eine gute Anlage steht, wo auch ein richtiges Club-Feeling aufkommt und man sich voll in der Musik verlieren kann. Und ich denke, das ist ein wichtiger Punkt, dass wir diesen Ort so in Leipzig noch nicht gefunden haben und den deswegen gerne ermöglichen wollen.

Tobias: Der Slogan war eher auch eine Spitze auf diesen alten atac-Slogan „Another World Is Possible“. Es ging uns nicht darum zu sagen: „Wir haben die bessere Anlage.“ oder „Die Anlagen der anderen Clubs sind nicht gut genug.“ Uns ist es auch wichtig zu betonen, dass das halt „nur“ ein Slogan ist, der aber nicht von uns aus einem Abgrenzungsbedürfnis gewählt wurde, sondern einfach weil wir Akzente setzen wollen. Nicht weil wir sagen, das Andere ist nicht gut oder fehl am Platz. Wir haben uns nur oft in vielen Sachen nicht wiedergefunden, ob das an dem Stil der Musik oder den Partykonzepten an sich lag. Deshalb wollen wir etwas aus unserer Sicht Anderes machen. Und dabei geht es nicht nur um Lautstärke und Leistung der Anlage, sondern auch darum, dass der Club für einen bestimmten Sound stehen soll. Ich würde sagen, dass ich das in Leipzig ein bisschen vermisse, dass Clubs oder Veranstalter-Crews an dem eigenen Profil arbeiten. Denn nur wenn man einen eigenen Stil findet oder sich auch mal traut sich ein bisschen festzulegen und nicht immer offen für alles ist – all styles in the mix oder so – sondern auch versucht, an einer bestimmten Sache zu arbeiten – ob jetzt als Künstler oder als Club. Ich glaube, nur dann kann man sich auch weiterentwickeln oder auch einen Sound weiterentwickeln oder finden. Und genau das wollen wir machen. Ich finde das interessant, wenn ein Laden so ein Statement hat, was er für Künstler und Künstlerinnen fördert oder was für einen Stil die Residents haben. Wir wollen das auch durch ein eigenes Booking erreichen, das kontinuierlich von den gleichen Leuten gemacht wird. Vor allem sollen – das ist außerdem ein Teil des Konzepts – clubeigene Veranstaltungen, die Gastveranstaltungen überwiegen. 
Wir wollen, dass das Institut für Zukunft im besten Fall für Leute für einen bestimmten Sound steht, für eine bestimmte Soundqualität und auch für ein Statement. Momentan ist das natürlich nur ein Wunsch – aber wir gehen auch davon aus, dass sich das so entwickeln wird – aber es muss sich eben erst mal entwickeln.

Emilia: Gleichzeitig – und das betonen wir auch immer wieder – geht es uns auch um einen gewissen Anspruch, was das Miteinander betrifft. Wir möchten gern einen Freiraum schaffen – auch wenn man natürlich nie total frei sein kann. Rassimus, Sexismus und Antisemitismus haben hier aber auf jeden Fall keinen Platz. Man soll hier schön miteinander feiern können. Die Leute sollen herkommen und wissen, dass sie hier sicher sind. Alle, die bei diesem Projekt dabei sind, teilen einen Grundgedanken von einem solidarischen und angenehmen, netten Miteinander. Jede/r soll hier so sein, wie er/sie sein will und das auch ausleben können.

Tobias: Das Ziel ist es, einen diskriminierungsfreien Raum zu schaffen, auch in dem Bewusstsein, dass man so etwas immer wieder durchsetzen und erkämpfen muss. Weil es halt keinen Freiraum gibt, denn auch der Club ist ja kein Raum, der außerhalb der Gesellschaft steht. Und deshalb braucht man auch eine Tür.

Emilia: Wir möchten auch gern Leute (aus dem eigenen Umfeld), die Musik machen, unterstützen. Sie sollen hier Möglichkeiten haben ihren eigenen Sound zu entwickeln und sich auszuprobieren. Denn gerade elektronische Musik hat so unglaublich viele Möglichkeiten. Das möchten wir auch durch den gemeinnützigen Verein unterstützen, den wir gegründet haben. Über den sollen Workshops stattfinden, zum Beispiel zu Musikproduktion, zum Synthesizer Bauen oder Auflegen – auch um bewusst Frauen in der elektronischen Musik zu fördern, was auch ein Schwerpunkt unseres Konzepts ist.

Im Text zu eurer Crowdfunding-Kampagne schreibt ihr auch „Die Finanzierung des gesamten Vorhabens ist dabei jedoch bereits zum jetzigen Zeitpunkt gesichert.“ Das heißt, auch wenn die 30.000€ nicht zusammenkommen – der Club mit Wunschanlage wird kommen. Warum habt ihr euch trotzdem dafür entschieden, eine solche Kampagne zu starten?

Emilia: Die Idee hinter der Kampagne war 30.000 Euro zusammen zu bekommen, was letztendlich nicht mal ganz die Hälfte von der Anlage ist, die wir kaufen wollen. 
Man muss sich immer Finanzierungsmöglichkeiten suchen und unsere Idee war: „Ok, es gibt Crowdfunding und warum fragen wir nicht einfach die Leute, ob sie uns Geld dazu geben möchten, ob sie uns helfen bei der Finanzierung.“ Das Projekt scheitert nicht, wenn die Crowdfunding-Kampagne scheitern sollte, aber es ist natürlich eine riesengroße Entlastung, wenn man das Geld über so eine Start-Up-Plattform bekommt. Deswegen wird es ja auch von vielen Unternehmen genutzt, die sich gerade gründen; weil es der einfachere und angenehmere Weg ist. 
Und man bekommt auch Feedback. Das Schöne an der Kampagne ist – was uns am Anfang gar nicht so bewusst war – dass es so einen krassen Synergieeffekt hat. Uns schreiben Leute an, dass sie sich irgendwie einbringen wollen, dass sie das und das unterstützen können. Allein die ganzen Tracks, die jetzt auf der Compilation zusammengekommen sind… Die Artists, die sich alle einbringen und uns unterstützen, das ist schon vorher so ein großartiges Feedback, auch um abschätzen zu können, welche Erwartungen es so gibt, was die Leute sich vorstellen oder welche Freude darauf anscheinend auch da ist! Das finde ich toll an der Kampagne: Bei aller Öffentlichkeit, die man sich so gar nicht gewünscht hat, gibt es doch auch sehr schöne Nebeneffekte.

Passend zum Leipzig-Berlin-Geseier wurden – zumindest in den Kommentarspalten – auch schon Berghain-Vergleiche hörbar. Was haltet ihr davon: treffend oder daneben, schmeichelnd oder nervig?

Tobias: Wir möchten den Vergleich eigentlich überhaupt nicht. Weder weil wir sagen, dass es treffend wäre oder völlig unzutreffend. Aber der Vergleich muss immer hinken, weil das einfach zwei völlig unterschiedliche Städte, völlig unterschiedliche Vorraussetzungen und völlig unterschiedliche Szenen und Leute sind. Berlin ist nicht Leipzig und Leipzig ist nicht Berlin – das kann man nicht übertragen. Und das Berghain ist eben das Berghain und das kann man nicht nachmachen.

Emilia: Das schafft auch Erwartungen, die so nicht erfüllt werden und die wir so auch nicht erfüllen wollen, weil wir was ganz Anderes machen, was ganz Neues schaffen wollen. Etwas, das außerhalb von irgendwelchen Vergleichen steht. Sonst würden wir es ja nicht machen: Schließlich schafft man einen neuen Ort, weil man eben nicht das machen will, was schon da ist.

Tobias: Wenn man diesen Vergleich anstellt, würde das Neue immer an dem Vergleichsobjekt gemessen. Dann geht man nicht einfach so in den Laden rein und guckt mal, was passiert. Man lässt sich nicht darauf ein, sondern vergleicht immer, ob die Kirsch Audio Anlage so ist wie die Function One.

Was ist der Stand der Dinge im Moment? Ihr seid ja fleißig am Umbauen, Raushacken und neu Einbauen.

Tobias: Wir haben seit letzter Woche den Schlüssel und seitdem die Räume entkernt, Stahlbetonquader rausgerissen und diese große Kühlanlage, womit früher der Kohlrabizirkus gekühlt wurde, das ganze Obst und Gemüse – die Kohlrabis.(lacht) Damit sind wir ziemlich gut vorangekommen durch die Hilfe von ganz vielen Freundinnen und Freunden, die die letzten Tage alle mitgeholfen haben und ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre. In den nächsten Wochen und Monaten kommen die verschiedensten Fachleute für sanitäre Einrichtungen und so weiter. Das wird jetzt nach und nach abgearbeitet und wir hoffen, dass wir im November eröffnen können. Vorausgesetzt, es passiert jetzt nicht noch irgendwas Unvorhergesehenes oder wir erleben eine böse Überraschung oder müssen irgendwelche Vorgaben erfüllen, mit denen wir vorher nicht rechnen konnten. Das weiß man bei solchen Bauarbeiten ja nie so richtig. Und was die Crowdfunding-Kampagne angeht, die läuft ja noch zwei Wochen und wir hoffen, dass auch in den letzten Tagen nochmal viel Unterstützung kommt, aber wir sind optimistisch, dass wir das schaffen. Wir sind jetzt knapp unter 20.000 und wir denken, dass wir ganz gute Chancen haben, die letzten 12.000 noch zusammenzukriegen, wenn alle mithelfen.

Im musikalischen Mittelpunkt des IfZ sollen ja vor allem Techno und House stehen. 
Wird auch was für die LiebhaberInnen von gebrochenen Beats und Bass was dabei sein?

Emilia: Definitiv! Wir haben viele Ideen für Veranstaltungen und Artists, die man einladen kann. Sei es im experimentellen Rahmen oder sei es Bassmusik, Dubstep, Grime, Funk – die ganzen UK-Sachen. Wir möchten auf jeden Fall einen Fokus darauf setzen, die Seitenbereiche von elektronischer Musik abzudecken. Wie Tobias ja schon sagte, gibt es die Möglichkeit auch kleinere Veranstaltungen zu machen.

Tobias: Andere Veranstaltungen, die wir mitmachen oder ausrichten – auch die Vertigo-Reihe – werden zwar vielleicht unter so einem Techno-Label subsummiert, aber auf den meisten unserer Partys ist es in den wenigsten Fällen so, dass da die ganze Zeit 4/4 durchläuft. Da ist schon viel gebrochen und experimenteller. Das ist für uns total wichtig, dem auch Platz zu geben, weil letztendlich oft die Grenzgänger zwischen verschiedenen Stilen interessanter sind. Nicht umsonst kommen gerade die interessantesten Acts im Techno-Bereich aus der Dubstep-Richtung, die früher Bassmusik in welcher Form auch immer gemacht haben und jetzt verschiedene Sachen wie Noise und Industrial Techno mit Dubstep verschmelzen lassen und verschieden Stile unter einen Hut bringen. Wir glauben, dass das ganz gut hier her passen wird.

Im November solls losgehen: Gibt es schon einen genauen Termin oder könnt ihr schon was zu den ersten Partys oder Bookings verraten?

Tobias: Es wird eine Eröffnungsveranstaltung geben, aber das wird eine Überraschung sein. Es gibt schon Sachen, die in Planung sind, es gibt auch schon Bookings. Davor wird es nochmal ein Vertigo-Special geben im UT Connewitz, das wird ein Konzert sein und ist eigentlich so das letzte größere Ding, das jetzt noch außerhalb sein wird. Das Andere behalten wir noch ein bisschen für uns und werden es dann rechtzeitig bekannt geben.

Dann danke ich euch für das Interview und wünsche ich euch noch viel Erfolg!

Emilia & Tobias: Danke!

Und ich habs ja gesagt, es geht noch weiter: Die „working class heros“ haben einmal ein neues Video vom Fortschritt der Bauarbeiten an den Start gebracht…

… und außerdem ganz frisch draußen: das heute veröffentlichte IfZ Compilation-Set von IfZ-Resident Unclean.

Links:
IfZ-Website
IfZ-Facebook-Seite
Crowdfunding-Kampagne „Another Sound Is Possible“ auf startnext
– IfZ-Support-Compilation auf Soundcloud und ifz.me

6 Kommentare

  • super interview! wenn das konzept so umgesetzt wird freu ich mich schon sehr, da so bestimmt auch ne menge sachen dabei sind die ich mir als techno-muffel gern anhören möchte 😉

  • „was ganz Neues schaffen wollen. Etwas, das außerhalb von irgendwelchen Vergleichen steht.“ … Nunja, alles was im Text angesprochen wurde gibt es bereits, auch in dieser Stadt. Also nix neues in dem Sinne. Vielleicht sollte man sagen man will es anders oder besser machen, bzw. einen Strang versuchen neu zu definieren,auf die Stadt zugeschnitten, aber ganz neu … oulala, gewagte These.

    Ich wills nicht weiter auseinander nehmen,schließlich ist das ein ambitioniertes Projekt und am Ende werden den Worten Taten folgen und daran wird man sich messen lassen müssen. Ich bin gespannt, drücke die Daumen und hoffe das man sich trotz der Abgrenzung durch Anders sein die Augen trotzdem offen hält und nicht in der eigenen Welt einkapselt.

  • Besten Dank an die beste Interviewerin der Stadt 🙂

    Zum Vorhaben selber kann ich nur sagen, dass ich als nicht unweit des Kohlrabizirkus Entbundener, gespannt wie Flitzebogen bin, wie das IfZ die in meinen Augen doch gut entwickelte Klub- und Musiklandschaft Leipzigs weiter bereichern wird. Gute Ideen sind auf jeden Fall da. Kann aber überhaupt nicht die Ansicht teilen, dass es in Leipzig zu wenig Raum für Techno und House gibt (bezieht sich eher auf das Interview bei der Radiosendung von Köln Campus „Cut and Paste“). Für mich gibt es eindeutig zu viel Techno und House in Leipzig :), aber gut das ist Subjektiv.

    Und noch eins am Rande:
    Warum wird 4/4 als Synonym für Techno benutzt, wenn der Großteil von gebrochenen Beats wie Hiphop, Dubstep oder Drum n Bass auch Vier-Viertel-Takte sind? Oder hab ich mich da jetzt verzählt?

    Irgendwas ist ja immer 🙂

    Viel Glück auf jeden Fall!

  • Pingback: Gelungene Kirschernte | frohfroh – we like electronic music from leipzig

  • Wenn man mit der Stadtrundfahrt am Kohlrabizirkus vorbei fährt, erzählen die einem, dass dort ne Großraumdiskothek entstehen soll 😉

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