Review: Salomé (feat. Goldfell) – Sommer in LE (Official Video)

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu. Es war das Jahr der Lockdowns, des „Drinnenbleibens“ und sicher nicht das Jahr der Open Airs. Nun könnte man wehleidig darüber schreiben und nachdenken, wie hart diese Zeit Szenen von MusikerInnen, SchauspielerInnen und alle möglichen KünsterInnen (und die Personen, welche zuarbeiten) getroffen hat. So möchte ich dieses Jahr aber nicht schließen.

Bevor wir losziehen um eilig die Geschenke für unsere liebsten Menschen zusammen zu kramen, sollten wir vielleicht etwas durchatmen. Denn in einer Zeit in der Solidarität und Mitgefühl von Schwurblern und deren Gefolge in Frage gestellt wird, können wir uns machtlos fühlen oder uns bemühen, doch ein paar schöne Gedanken zuzulassen.

Foto: Kolja Zinngrebe

Eine gute Hilfe könnte uns die Leipzig/Berlin-basierte Rapperin Salomé bieten. Am 13.11.2020 um 13 Uhr erschien das Video zu ihrem Track „Sommer in LE“. Der Gedanke an Positives (besonders in Leipzig) in 2020 fällt ad hoc eher schwer – doch können wir eigentlich alle darauf zurückschauen, wie schön die Stadt und die Leute eigentlich sind.

Die Fahrt an den „Cossi“, die Umarmung unserer FreundInnen auf einer Party, chillen im „Lene“ – das ist nicht weg und auch nicht vergessen. 2019 ließ Salomé diverse Playlists laufen und es gab Sommerlieder über diese Stadt und jene Stadt … aber für Leipzig? Irgendwie gab es da nicht wirklich etwas. Also nahm sie es für sich selbst in die Hand.

Noch so ein sinnloser Sommersong über Party und Wohlgefühl? Mit Nichten! Vielmehr wird hier ein sympathisch lockerer Weg gesucht, um auch die unangenehmeren Seiten mit den schönen Seiten verschmelzen zu lassen. Der Sommer ist die Zeit von Party und frischer Luft – und für Viele auch die Zeit von kurzen Röcken und damit auch „Cat-Calling“ und dem selbstauferlegten Freischein für Höhlenmenschen/Höhlenmänner, dass „Sie“ sich ja so anzieht und man nicht anders kann, als anmachen, vollzulabern und zum Lustobjekt zu degradieren – schließlich ist ja ein Zentimeter Haut zu sehen.

Nun gibt es den Weg mit nüchterner Argumentation aufzuklären und Missstände aufzudecken – und es gibt den Weg mit kleinen Seitenhieben zu empowern und neben einem kleinen Grinsen auch ein „auf Jeden“ zu entlocken. Für letzteren Weg entschied sich Salomè und schaffte es dabei „ernsthaft“ und „locker“ miteinander zu vereinen.

Wie sich das Ganze anhört, und ob es wirklich nur um Feminismus und Lokalsentimentalitäten geht – oder doch ein grundsätzliches Lebensgefühl in Leipzig gezeigt wird – darüber bildet Euch doch am Besten selbst eine Meinung.

Link zum Video:
https://youtu.be/jFygaOqB4q0

Musik von Salomé
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