Review: Irrelevant – I’ll Be OK (KOKESHILP001)

Wer zur Zeit nicht weiß, was er oder sie hören soll, möge bitte kurz mal die verzweifelte Suche in der heimischen Musik-Bibliothek unterbrechen und sich an dieser Stelle eine brühwarme Empfehlung abholen; der Rest darf jetzt auch mal Pause drücken und mitlesen.
Am Montag erschien Irrelevants Debüt-LP I‘ll Be OK auf Kokeshi und seitdem ist ein brillianter Soundtrack für die kommenden trüben Monate ganz klar gesichert.

Los gehts mit Cosmos einem Stück feinster Geräusch-Collage, die unmissverständlich klar macht, wo es in der nächsten knappen Stunde musikalisch langgehen wird. Trotz Feuerknistern stellt sich hier alles andere als eine warme Wohlfühlstimmung ein: „Hood up, head down“ – das Motto passt.
Dass Burial zu einem der wichtigsten musikalischen Einflüsse Irrelevants zählt, ist nicht zu überhören. Allerdings hat man während der 13 Tunes nie das Gefühl, dass hier ein Stil kopiert wurde. Vielmehr merkt man, dass Irrelevant konsequent den Weg weitergeht, den er mit seinem Single Release Better Off In Me begonnen hat. Die Kombination aus schwer zu fassenden Beats, feinstem Düster-Subbass und emotionalen Vocals sorgt für die charakteristische Grundstimmung. Der Platz, der zwischen diesen Elementen noch bleibt, wird nicht überladen, sondern präzise angereichert. Aber das Thema Raum ist sowieso ein Kapitel für sich auf dieser LP: Selbst in einer verramschten Abstellkammer könnte man beim Genuss dieses Albums immer noch das Gefühl bekommen, ganz allein in einer leeren Halle zu stehen. Ein Eindruck, der vor allem im Zusammenspiel mit den mal mehr, mal weniger abstrakten Lyrics für eine veritable Gänsehaut sorgen kann. Man könnte das Ganze auch als subtil und atmosphärisch bezeichnen, wenn man es in etwas weniger Worte packen möchte, aber wer will das schon.
No Love, Self Harm und Flicker, die den geneigten Kokeshi-Fangirls und -boys bereits aus den ((pod)) kasts bekannt sein dürften, haben eindeutig Hit-Potential, auch wenn sie eigentlich zu der Sparte Tunes gezählt werden können, die einen Dancefloor für gewöhnlich eher leerer als voller machen. Aber ich möchte hier niemanden entmutigen diese Perlen zu spielen. Ganz im Gegenteil.
I‘ll Be OK– ein Album voll gebrochener Beats und ein Garant für ebensolche Herzen, das ganz nebenbei als allererstes Album überhaupt auf Alley Cats Label die Messlatte ziemlich hoch hängt. Kokeshi goes deep. Das ist Fakt.So, und jetzt unter anderem hier kaufen:
iTunes | Surus | Boomkat

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