Neonlight – My Galactic Tale Revisited

Jedes Jahr aufs Neue rückt am Ende des Jahres Weihnachten näher. Ein Grund zur Freude wahrscheinlich für die meisten von euch. Meine Wenigkeit muss sich jedoch vor dem Fest der Feste Jahr fürs Jahr wieder mit nicht erscheinenden Mitfahrgelegenheiten, überfüllten Fernbussen, bei denen es 2015 auch noch ein Unfall mit mir an Bord gab, und natürlich der Lieblings Deutschen „zu spät oder gar nicht kommer“ Bahn herumärgern, um am Ende sich in trauter Umgebung im Kreise der Familie wiederzufinden und wie eine Mastgans mit Essen vollzustopfen.

Dieses Jahr hingegen gab es bei all diesem vorweihnachtlichen Trübsal ein Lichtblick oder vielleicht sogar den frühzeitigen Stern von Betlehem für mich am 15.12 zu sehen. Denn an diesem Tag wurden endlich die sehr laaaaaannngg ersehnten Remixe vom Neonlight Album „My Galactic Tale“ veröffentlicht. Diese kursieren bereits seit etwa einem Jahr in allen möglichen lokalen und internationalen Sets und sind immer wieder ein Grund, das angefangene Bier am Tresen wegzuwerfen und wie ein Bekloppter in der ersten Reihe Xstep zu tanzen.

Das Album „My Galactic Tale“ ist bereits im Frühling 2016 auf Blackout Music released worden und konnte besonders durch das durchgängige Konzept überzeugen. So fühlte man sich wie auf einem weit entfernten Raumschiff, dass mit Schallgeschwindigkeiten immer knapp vorm Absturz im kritischen Zustand so einige Asteriodenschauer überlebte. Um „My Galactic Tale Revisited“ zu beurteilen, habe ich den Original und den Remix eines jeden Songs noch einmal nacheinander gehört und möchte euch kurz meine Gedanken, Meinungen und Gefühle bei diesem Sounderlebnis kundtun.

Nach dem doch sehr sanften und ruhigen Flug in die Hemisphere des neonfarbenen Alpha Omegas und dem kurzen Besuch in Neon City wurde ich bereits vor einem Jahr so richtig in den kritischen Zustand mit Critical State versetzt. Diese Neurofunk-Granate zeichnet sich durch die typischen, teils qietschigen Synthis der beiden Neonjungz aus, die sie bereits in der Vergangenheit zu Zeiten von Lifted Music und der Byte Bites Bit EP entwickelt hatten und die sie heute so oft auf ihre harten und recht verspielten Neurofunk-Basslines wie die Butter aufs Brot streichen.

Der Critical State Remix ist von Agressor Bunx und um einiges langsamer und weniger hektisch als der original Song. Zudem erinnert nur noch wenig an das Original und sowohl die Bassline wie auch die Synthis sind zum größten Teil stark verändert worden. Die ruhige Stimme, die stets Critical State wiederholt, hat im Remix etwas sehr hypnotisch und beruhigendes, obwohl am Anfang der Remix es ebenfalls schafft, einen Herzstillstand zu verursachen. Beide Tracks sind für mich absolut zu empfehlen, wobei ich selber eher dem original Song gerade auf Grund der hektischen Bassline zugeneigt bin.

Weiter geht es mit dem Pythius Remix von Project Flare. Pythius selber sollte den meisten Leipzigern spätestens seit der letzten Fat Bemme (18. Ausgabe) mit internationalem Gast im Westwerk (Pferdehaus) ein Begriff sein. Der Remix von Project Flare schafft es, an die hohe Qualität vom Original anzuknüpfen und setzt neue Akzente über langgezogene Synthis und Basslines. Gefühlstechnisch scheint man sich noch beim Original nach vorne zu bewegen. Beim Remix hingegen scheint man auf einer nicht enden wollenden Fahrt im Kreis gefangen zu sein. Nach meiner Meinung ein wirklich toller, eher ruhiger Remix, der für mich eine der besten Remixe im Album ist.

Um der ruhigen Stimmung zu entgehen, gibts jetzt meine Meinung zu Triple B, welcher von niemand anderem als Black Sun Empire geremixed wurde. Entsprechend waren meine Erwartungen sehr hoch. Leider muss ich sagen, dass ich mit dem Remix vom Big Bad Boss im Gegensatz zum Original überhaupt nichts anfangen kann. Es hört sich streckenweise so an, als ob ein Kind auf einen Subwoofer in einem bestimmten Rythmus haut.

Neben dem BSE Remix war ich bereits vor Kauf der Platte besonders an dem Signal Remix von Rascals interessiert. Signal selber ist am 17.02 in Leipzig auf der Impact von 2 Guys 1 Dub zu sehen. Sein Stil ist meist sehr düster und deep mit rollenden Bässen. Diese Liebe ist im neuen Remix ebenfalls zu spüren. So wirkt die Fahrt durchs All düsterer, mit nach unten verzerrten Synthis und einer bedrohlichen Atmosphäre. Auf jedenfall für alle Fans des deepen und darken empfehlenswert.

Auch die Artists meines aller ersten, jemals gehörten Drum & Bass Tracks vor etwa 15 Jahren haben sich die Ehre gegeben, einen Song von Neonlight zu remixen. Hierbei handelt es sich um die Neuseeländer State Of Mind und den Song Bad Omen. Bei diesem wurde noch einmal heftig am Subbass geschraubt, wodurch einfach mal alles im Kopf anfängt zu vibrieren. Der Remix selber ist nicht so stark abgeändert wie z.B. der Remix von Critical State. Es hört sich eher an, als ob man viele viele Filter und eine Art Cover über den Song gelegt hätte. Trotzdem ist es ein wirklich solider Remix geworden, den man sich als Drum & Bass Fan auf jedenfall geben sollte.

Sehr interessant ist auch der Remix von Tailspin geworden und kann wohl als facettenreichster Remix des Albums angesehen werden. Geremixed wurde der Song von Inward, Hanzo und Randie, die man wohl nicht vorstellen braucht. Diese orientieren sich wie State Of Mind stark am Original und schaffen es trotzdem dem Song eine gänzlich andere Atmosphäre und Neurofunk-Sound zu verpassen. Zum Schmunzeln hat mich besonders das Vocal Sampling oder das Synthielement gebracht, was sich anhört wie ein extrem gepitchtes „Hurry“.

Als letztes bleiben noch die Towering Inferno VIP, die mehr in Clubs als zu Hause Spaß macht, und der Annix Remix von Microbots. Ersteren Song kann ich noch bewerten und empfehlen, da dieser solide am Erfolg des Original anknüpft und mehr Wobbel reinbringt. Den Annix Remix hingegen kann ich nur schwer bewerten und möchte dies an dieser Stelle auch lieber dem geneigten Jump Up Fan überlassen.

Als abschließendes Fazit kann ich auf Grund der Remixe von Bad Omen, Tailspin, Project Flare und RascalsMy Galactic Tale Revisited“ jedem Freund des gepflegten Hau Drauf Drum & Bass zum Kauf empfehlen.

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