Interview mit Wright & Bastard zum Debut Album „Dust Layer“

Fast unbemerkt veröffentlichte Wright & Bastard kurz vorm Jahreswechsel sein Debut Album auf dem Freiburger Label Beatalistics, das von Enea und MC Fava geführt wird. Die Dust Layer LP besteht aus einer wunderschönen Mischung, die sich in atmosphärischen, melancholischen und deepen Gefilden bewegt und dabei fast unbemerkt die Genres wechselt. Stilistisch bleiben alle Tunes auf einer Welle und verbinden sich so zu einem tollen Gesamtkonzept.

Hey Wright & Bastard, Glückwunsch zur Debut LP! Wie fühlst du dich?
Gut und erleichtert, endlich einen Schlussstrich gezogen zu haben.

Wie lange hast du an dem Projekt gesessen?
Aktiv war ich über 2 Jahre damit beschäftigt. Wobei ich allerdings auch einige ältere Tracks dafür raus gekramt und ordentlich aufpoliert habe. Das Album selbst bildet eine musikalische Zeitspanne von etwa 5 Jahren ab.

Du hattest vor drei Jahren schon eine EP auf Beatalistics, ist das Album daran geknüpft?
Ja, ist es. Das Album sollte den Stil der Floating Dust EP aufgreifen, weiterentwickeln und komplettieren. Es war auch recht zeitig klar, dass es bei Beatalistics veröffentlicht wird. Somit stand der gewollten Analogie nichts im Weg.

WBBeitr

Floating Dust EP & Dust Layer LP by Wright & Bastard

Steht die Verbindung im Namen und dem Cover? Was hat es auf sich mit dem Verkehr und dem Staub (Dust)?
Titel, Artwork und Sound stehen für mich in direkter Korrelation.
Die Idee war, alltägliche Situationen in ein “Film-Noir” ähnelndes Licht zu rücken und dazu einen für mich stimmigen Soundtrack zu kreieren.
Einige meiner Tracks, speziell Bad Habits und Drive von der Floating Dust EP, passten schon ganz gut zu einem solchen Setting. Also baute ich darauf basierend das Album weiter aus. Ein befreundeter Fotokünstler, Oliver Buhlig, erstellte schlussendlich das passende Artwork. Der Verkehr gehört einfach zum urbanen Setting und der Staub ist die dazugehörige Portion Dreck.

Dein Album und auch deine anderen Releases leben von der tollen Mischung aus Drum & Bass, Halftime und Trip Hop, wie breit bist du als Produzent aufgestellt?
Genau diese drei Genres sind es, auf die ich mich eingeschossen habe. Sie sind ein vielfältiger Mix aus funktionaler, ernster und unterhaltender Musik, in dem ich mich rhythmisch und melodisch am besten ausdrücken kann. Im Grunde bewege ich mich stilistisch, mit einigen wenigen Ausnahmen, immer irgendwo im Up- und Downbeat, mit allen möglichen Facetten. Hauptsache, es ist breakig.

Wie kommst du zu deiner Liebe zum Trip Hop?
Ich liebe die alten Releases von Portishead, Zero 7 und ganz besonders DJ Krush. Sie sind so “auf den Punkt gebracht”, roh und dreckig und haben dennoch ein warmes Klangbild. Das passt einfach zu meiner verkopften, melancholischen Art. Besonders mag ich an Trip Hop, dass er in der Regel nicht nach „Plastik“ klingt.

Neben den EPs und deinem Debut Album sind viele andere Projekte entstanden, wo die Übersicht schwer fällt. Kannst du uns aufklären, wo du noch wie deine Finger im Spiel hattest?
Durch meine Wurzeln in der Demoszene komme ich unweigerlich mit dem einen oder anderen Realtime-Coder und Videokünstler in Kontakt. Die programmieren und produzieren Echtzeit-Animationen und/oder Videos, die musikalisch untermalt werden wollen. Das ist ziemlich cool, weil man im Grunde alles machen kann, ohne ein bestimmtes Genre bedienen zu müssen. Ich arbeite da mit diversen Demo-Gruppen wie holon und STILL, aber auch mit Einzelpersonen, wie Alexander Lehmann zusammen. Das spannende an solchen Projekten ist, zu sehen, wie Coder und Designer die eigene Musik visuell interpretieren.
Hin und wieder vertone ich aber auch kommerzielle Imagevideos oder produziere Jingles für Demo-Partys. Letzteres sind Veranstaltungen von und für Computer-Künstler, Programmierer und Grafikdesigner.

Kurz-Animation von Alexander Lehmann über das Utah-Datacenter der NSA
mit dem Instrumental von „Splinter“, ebenfalls auf der Dust Layer LP erschienen.

Nach dem Release musst du ja jetzt erstmal ausgelaugt sein, hast du dennoch schon weitere Projekte auf dem Tisch liegen?
Die letzten Jahre waren in der Tat sehr kräftezehrend. Ans Pausieren denke ich dennoch nicht. Aktuell arbeite ich an der nächsten EP, die wieder die etwas härtere Drum & Bass-Schiene einschlagen wird.

Vielen Dank und Big Ups!

 

www.wrightandbastard.com/spotlight
www.soundcloud.com/wright-and-bastard
www.nosys-productions.com/

www.beatalistics.de
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