Free Tunes Galore #6

Dubbalots Choice

Klaus Nomi – Keys Of Life (Om Unit Edit)

Jaja, Om Unit. Die einen feiern ihn als einen der größten Produzenten unserer Zeit, während andere das eher pragmatisch sehen und seine Edits als Griff in unerlaubte Gebiete interpretieren, wie auch schon im It’s Yours Interview mit ihm festgestellt wurde. Ich bin einer, der ihn feiert und nicht umsonst editiert er alte und legendäre Songs und betitelt sie nicht offiziell als Remix. Klaus Nomis Keys Of Life ist sein neuestes Werk, das sich nicht sonderlich vom Original entfernt, ihm aber dafür eine modernere Note verpasst und natürlich auch ganz im Stile Om Units ist. Und warum eigentlich nicht? Sein Edit klingt einfach verdammt gut, holt die ganzen Emotionen aus dem alten Stück und packt noch welche drauf und wenn dadurch das Original nicht in Vergessenheit gerät, ist das doch ein doppelter Streich.

Annuluk – Gocciolina (Wadadda Remix)

Wenn wir Trottel von It’s Yours es schon nicht schaffen die neue EP von Annuluk zu rezensieren, so soll wenigstens der in diesem Zusammenhang entstandene Free Tune hier vorgestellt werden. Das Original aus dem Debütalbum Ushna ist ein recht ruhiges, wenn auch treibendes Stück, das man in die Kategorie „Weltmusik“ einordnen könnte. Wadadda hingegen verpasst dem Song einen elektronischen Stempel und macht dabei nicht einmal vor der bezaubernden Stimme Míšas halt, die er mit gekonnten Pitch-Effekts seinem Sound anpasst. Wem dieser Song auch so gut gefällt, der kann sich auch das ganze Release Metamorphosis für den Plattenschrank holen.

Erykah Badu – Honey (L-Side Bootleg)

L-Side ist die Neuentdeckung Brasiliens. Ist nur logisch, dass er Songs bei V Recordings, dem Tochterlabel Chronic und natürlich auch bei Markys Label Innerground veröffentlicht hat. Gewappnet mit Bass, Drums und ner schicken Klaviermelodie legt er alles was er hat der Stimme von Erikah Badu zu Füßen und heraus kommt ein sauberer Bootleg den man wohl den ganzen Sommer über hören wird. Ich warte immer noch auf so nen Song von ihm zusammen mit den Ragga Twins, den Marky in irgendnem Podcast mal gespielt hat. Wann kommt der endlich raus, verdammt???

Shapeshifter – Monarch (Total Science Remix)

Ah, da kann ich ja gleich mal die Gelegenheit nutzen um ein paar Worte über meine Lieblingsband, die „Shapeshifter“, fallen zu lassen. Was hab ich die gefeiert, als ich sie entdeckt habe und die alten Hit’s wie One, Bring Change oder Lifetime über meinen MP3-Player flogen. Das letzte Album Delta fängt mit dem Song Monarch an. Dieser ist was für die Main-Stage eines großen Festivals, aber immer noch gut, zumal die Stimme von P-Digsss einfach auch wunderbar zu diesem Sound passt. Nicht unbegründet hat die Band mehrere Trophäen für ihre Live-Shows abgesahnt. Bei dem Album sind sie aber meiner Meinung nach zu stark von ihrem ursprünglichen Sound abgedriftet und sind für mich nicht mehr das, was sie mal waren.
Der Remix von Total Science ist weniger aufbrausend und ironischerweise erinnert er mich irgendwie mehr an die Band als das Original.

Björk – All Is Full Of Love (Soul Intent Remix)

Gekonnt in den Tiefen präsentiert euch Soul Intent seine Interpretation des Björk-Klassikers. Chris Su hat das schon einmal verarbeitet und einen echt gelungenen Liquid Drum & Bass Song daraus gemacht. Höhepunkt waren dabei die 5 Worte, die den Song betiteln. Soul Intent verzichtet hingegen auf diese und konzentriert sich auf die ruhigen Parts des Vocals. Ganz nach seinem Geschmack eben.

Tinas Choice

Ranko – Sunny Moon

Vor genau einer Woche erschien Rankos Erstlingswerk Unchained auf O*RS als Tape und digital. Sunny Moon ist einer der beiden Bonustracks, den es nur auf Kassette zu hören gibt – oder besser gesagt gab, denn jetzt könnt ihr ihn euch für umme runterladen. Zu hören bekommt ihr subtile Happiness auf zarter Bassline mit knackigen Future Garage Beats. Ein Schmaus!

Stray – Triangles

Seit seiner ersten Single auf Critical Recordings 2009 gehört Stray für mich zu einem der interessantesten aktuellen (Drum’n’Bass) Produzenten. Mit jedem Release kommt der junge Mann aus London wieder mit etwas Neuem um die Ecke und verwebt dabei unterschiedliche Sounds so gekonnt, als hätte er jeden davon mit erfunden. So auch auf Chatterbox, seiner neuen und damit zweiten EP auf Exit Records. Im Vorfeld ihrer Veröffentlichung gab es einen Track als kostenlosen Download zum Anfüttern. Auch wenn Triangles soundtechnisch ziemlich weit von der Chatterbox EP entfernt ist. Mit dramatischen Chords und dem Halftime Beat erinnert der Tune mehr an Produktionen von Exit-Boss dBridge selbst. Ein Traum besonders für alle Fans relaxter „Autonomic“ Vibes.

Stray – Long Lost (we do give a fuck) | 6Blocc – REST IN PEACE [Dedicated to DJ Rashad/Teklife]

Es ist, als ob die ganze Welt um DJ Rashad trauert, der am 26.04.2014 unerwartet gestorben ist. Als Footwork-Pionier hat er dieses Genre nicht nur maßgeblich geprägt, sondern auch viele andere damit angesteckt und inspiriert – nicht zuletzt auch Drum’n’Bass Produzenten. Denn bei einem Tempo um die 160 BPM ist Drum’n’Bass nicht weit entfernt. Om Unit und Machinedrum waren wohl die ersten, die das erkannt und ausgenutzt haben. Jungle-Footwork wurde geboren und das Genre aus Chicago hielt damit auch Einzug in Drum’n’Bass verwöhnte Ohren. Dieser weitreichende Einfluss, den Rashad auf viele Musiker hatte, spiegelt sich nun wider: Nicht nur in Form der üblichen Beileidsbekundungen auf Facebook – auch Radio-Shows, Mix-Sessions und Tunes zu seinen Ehren überfluten das Netz. Zwei davon – sicher gibt es noch mehr – haben es auf meinen Radar geschafft und können kostenlos runtergeladen werden. RIP DJ Rashad.

Rigaz – Adventures in Future Juke Vol. 1

Ob der Berliner Producer Rigaz auch von DJ Rashad beeinflusst wurde, ist zwar nicht ganz unwahrscheinlich, beurteilen kann ich es aber nicht. Dafür hat mir Madera, seines Zeichens Betreiber des Labels variFocus, auf dem Adventures in Future Juke Vol. 1 & 2 erschienen sind, die Geschichte zur Entstehung der Releases erzählt. Kurz gesagt, wurde aus Spaß Ernst. Die längeren Variante liest sich so: „Ich hatte letztes Jahr für eine Festivalplanung die Koordination des LineUps für einen Floor übernommen und beim Rigaz dann aus Spaß & Ahnungslosigkeit den Begriff ‚Future Juke‘ hinter seinen Künstlernamen geschrieben und just 2 Monate später kamen frische, neue Tracks (insgesamt 9 Tracks, die in einer 3x3er-Serie rauskommen werden) vom Rigaz auf meinem Tisch, zu denen mir nur dieser Begriff „Future Juke“ einfiel. Die beste Retourkutsche, die ich seit langem erlebt habe.“ (Jan Madera)
Was für eine herrlich konsequente Aktion! Teil 1 und 2 gibts bereits als free Downloads; haltet die Augen auf für den dritten!

Ticklish – Reboots Vol. 2

Footwork again! Ticklish lebt in Berlin und hat „immer“ eine weiße Hasenmaske auf. So weit, so weird. Wenn er nicht grade irgendwo auf der Welt auflegt oder Remixe für Machinedrum macht, produziert er Footwork-Tracks oder verwandelt z.B. RnB-Hits in solche und verschenkt sie dann. Eine Kombination, die ausgesprochen gut funktioniert. Hören, laden und auch Vol. 1 mal auschecken!

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