Interview mit Es.tereo (Sub Channel Music)

It’s Yours hat sich mit dem Wahlleipziger Max über seine Musik als Es.tereo und Theme sowie sein neues Label Sub Channel Music unterhalten und die wichtigsten Fragen und Antworten hier für euch zusammengefasst.

Hallo Max und herzlich Willkommen in Leipzig!
Vor kurzem hat Presha ja das Geheimnis hinter Theme gelüftet und dich mit dem Projekt in Verbindung gebracht. Warum habt ihr das Geheimnis so lange bewahrt?

Wir fanden damals, dass dies ein anderer Sound ist als die anderen Es.tereo Stücke und haben es als eine Art Kunstprojekt mit einer gewissen Ästhetik gesehen. Da hat es gut gepasst, es undercover laufen und den Sound dadurch für sich sprechen zu lassen. Als dann die Idee zum eigenen Label kam und Es.tereo wieder präsenter wurde, war es einfach an der Zeit das Geheimnis zu öffnen.

Und für Theme hast du Es.tereo also mehr oder weniger eingestampft?

Nicht ganz eingestampft, eher ruhen lassen. Die letzte Es.tereo Platte mit Hatti Vatti zusammen kam auf Absys und bis zum Release war einige Zeit vergangen, in welcher ich natürlich weiter an anderen Stücken gearbeitet habe. In dieser Zeit sind die 4 Themes entstanden, welche ich dann an Presha geschickt hatte und er wollte dann eine EP und eben ein neues Projekt daraus machen, eben wegen dieser anderen Ästhetik. Theme war eigentlich erstmal nur ein Arbeitstitel, bei dem wir dann aber geblieben sind.

Möchtest du dich mit deinem neuen Label jetzt erst einmal wieder mehr auf Es.tereo konzentrieren?

Ja schon. Wenn es Inspirationen zu Theme geben sollte, werde ich denen natürlich trotzdem nachgehen, aber momentan liegt mein Fokus auf Es.tereo und dem Label. Da sind auch schon einige andere Sachen am entstehen.

Färbt die Arbeit der letzten Jahre am Theme-Projekt ab auf deine jetzige Musik?

Es ist immer schwierig alles so exakt voneinander zu trennen. Es sind ja alles einfach Facetten und Ausdrucksformen und man verarbeitet darin Gedanken, den Alltag etc. Da verschwimmen die Projekte natürlich auch ineinander.

Wirst du dich auf Sub Channel Music nur selbst präsentieren oder ist das auch offen für andere Künstler/innen?

Das möchte ich gern offen lassen. Ich kann mir gut vorstellen andere Künstler auf Sub Channel Music zu releasen. Da steht aber momentan noch nichts Konkretes an. Aktuell genieße ich erst einmal die Freiheit durch das eigene Label, selbst entscheiden zu können, welche eigenen Stücke ich veröffentliche und wie diese zum Beispiel zusammen passen.

Du hast dich bei Sub-Channel-Music dafür entschieden auf Platte zu releasen. Schallplatten sind in der Produktion wohl am teuersten. Warum ist es dir das trotzdem Wert?

Der Hauptgrund ist, der Musik dadurch einen gewissen Wert zu geben. Das empfinde ich bei digitalen Files oft anders. Eine Platte zu kaufen fühlt sich bewusster an, als eine Flut von digitalen Files zu downloaden. Für mich hat eine Schallplatte mehr Beständigkeit und klingt auch wärmer. Nicht zuletzt ist der Support der Konsumenten höher als bei digitalen Releases.

Wenn man dein jetziges Releases mit dem Es.tereo Release zusammen mit HattI VattI von 2016 vergleicht, gibt es da im Soundbild schon einen gut hörbaren Unterschied. Den Es.tereo Sound haben wir da eher in der Ambient/Halftime Ecke kennengelernt, doch mit dem Remix von Survey’s “untitled” auf Eternia ging es dann ja auch schon in die deepe treibende Richtung wie jetzt mit der Earthbound EP. Wie kam es zu der Entwicklung?

Man ist ja immer irgendwie in Bewegung, geprägt von den Zeiten und eigenen Begebenheiten und Dinge verändern sich einfach und manchmal greift man eben auch wieder alte Sachen auf. In den letzten Jahren war Samurai ein großer Einfluss für mich, aber es gab auch schon vor den ambientlastigen Veröffentlichungen progressivere Stücke und auch ich bin ursprünglich vom Jungle Sound beeinflusst. Vielleicht gehe ich da momentan einfach wieder zum Kern der Sache zurück. Außerdem spiele ich im Club schon immer gern progressive Stücke, vor allem zu späterer Stunde.

Auch wenn du sagst, dass du zu späterer Stunde eher progressiver spielst, hast du da dennoch mal die Erfahrung gemacht, dass auch der ruhigere ambientere Halftime-Sound durchweg gut funktioniert an einem Abend?

Ich hatte schon oft die Möglichkeit meinen Sound in gewisser Breite zu spielen, hatte aber meist das Gefühl, das ab einer gewissen Zeit bzw. im Verlauf des Abends ein härterer Sound gefordert wird und ich auch selbst dann dazu tendiere. Ein Set erzählt ja auch eine Geschichte und hat einen Spannungsaufbau.

Ist es für dich ein Thema, wenn Du produzierst, ob das im Klub funktionieren kann?

Mittlerweile ja, aber ohne mich dabei zu verbiegen. Ich habe momentan einfach Spaß dabei klublastigeren Sound zu produzieren.

Wie wir mitbekommen haben, bist du nicht nur Produzent, DJ und jetzt Labelbetreiber, sondern auch Mastering-Engineer. Wie kann man dich dafür erreichen, gibt es eine eigene Präsenz?

Ja genau. Neben meinen Produktionen habe ich bereits für Labels Mastering übernommen, auch für Vinyl. Eine Internetseite gibt es dazu zwar noch nicht, ist aber geplant, da ich Interesse daran habe, die Sache wachsen zu lassen. Momentan kann man mich einfach anschreiben zum Beispiel über Facebook oder meine Mailadresse und ich gebe auch gern ein Promomastering.

maxhockmastering@gmail.com

Nutzt Du für das Mastering nur Software oder auch Hardware?

Ja beides. Ich entscheide aber je nach Stück, was und wie benötigt wird. Da hat ja jeder seine eigene Ästhetik, aber nach meinem Geschmack können zum Beispiel rein digital produzierte Sachen noch etwas Färbung vertragen, eben durch den Einsatz analoger Geräte.

Wie lange bist du jetzt in Leipzig und wie empfindest du die Stadt?

Ich bin im November 2016 von Berlin nach Leipzig gezogen und fühle mich ganz wohl hier. 10 Jahre Berlin waren dann genug. Auch die Clubszene hatte sich sehr verändert und im Drum & Bass-Bereich ist auch vieles weggebrochen. Dann hatte ich Ina aka Kali Avaaz im Cross Club in Prag kennengelernt, welche schon in Leipzig gewohnt hat und dann ging alles ganz schnell. Das was ich von Leipzig bisher sehen konnte gefällt mir sehr, aber mein Familien- und Arbeitsalltag ist momentan recht raumgreifend, dass noch Einiges zu entdecken bleibt und sich mein Radius oft aufs Viertel beschränkt. Wir wohnen aber ganz nah am Wald, was mir besonders gut gefällt.

Vielen Dank, dass du dir für das interview zeit nehmen konntest. Wir wünschen mit deiner Musik und deinem Label viel Erfolg und viel Freude mit deiner Familie!

Vielen Dank für die Unterstützung!

Zu guter Letzt hat Es.tereo zum Labelstart noch einen ersten sehr höhrenswerten Podcast aufgenommen.

Das Interview führten Fritz und Stephan.

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