Defrostatica Release – Kator „Connor“ & „Getstacked EP“ / Kator Interview

Willkommen zurück aus der Sommerpause. Das Wetter riecht ja schon nach Herbst – es wird also Zeit, sich wieder in den Club zurückzuziehen und dort den Winter zu verbringen.

Es geht ja schonmal gut los mit dem Defrostatica Label Launch morgen in der Distillery. Das Lineup verspricht einen abwechslungsreichen Abend. 

Wir hatten schon im August letzten Jahres vom Label und Labelchef Booga berichtet. Ein Jahr später ist es nun endlich soweit: Defrostatica startet direkt mit zwei 12“ Schallplatten in sein Label-Dasein. Beide mit Stücken produziert von Kator.

Die Single „Connor“ – eine unterkühlte Footwork Nummer, bei der man sich die Füße warmtanzen muss – beinhaltet Remixe vom finnischen Produzenten Fanu, der übrigens beide Platten gemastert hat, Kiat aus Singapur, welcher sich ebenfalls für das Artwork verantwortlich zeigt und Hexer aka Daniel Myer aus Leipzig. Digital gibts zusätzlich noch Remixe vom Leipziger Blac Kolor und Mute-atioN. Die internationale und musikalische Bandbreite der beteiligten Künstler hört man der Single auch an. Jeder interpretiert „Connor“ auf seine spezielle Weise, bis manchmal nur noch eine Ahnung vom Ursprungsstück übrig bleibt. Es fühlt sich also nicht wirklich wie eine Single an – da hatte Boss Booga den richtigen Riecher.

Das zweite Release hat Kator ganz für sich allein. Die „Getstacked EP“ ist so kühl und präzise auf den Punkt, dass ich mir erstmal ne Jacke anziehen muss und mit großen Augen und Ohren ins Leere starre, um keinen Ton zu verpassen. Booga schreibt im Veranstaltungstext dazu: Es ist absolut unklar wie souverän Kator hier Jungle-Einflüsse, rauchigen Chicago-Juke und halluzigen-purpurne Synths zitiert.“ Besser kann ich das Klangbild nicht beschreiben. Ich drehe die Lautstärke immer weiter auf. Der Bass schmiegt sich so wunderbar an mein Trommelfell und mein Hirn – mir wird ganz weich ums Herz.

Jetzt höre ich natürlich auch Kritiker sagen, Footwork ist auch nur ein Genre-im-Genre-im-Genre, dessen Peak auch schon wieder vorbei ist. So einfach ist das allerdings hier nicht. Denn wenn dieses Niveau der Anfang ist, sind Genre mehr als zweitrangig und ich bin sehr, sehr gespannt auf zukünftige Releases von Defrostatica.

Zu, unter anderem, Genres habe ich auch Kator ein paar Fragen gestellt, dessen Antworten ihr hier lesen könnt:

Deine Produktionen sind sehr vielfältig. Ich höre Hip Hop, Breaks und Footwork- oder Trap-Einflüsse. So ganz kann man sich bei dir aber nicht festlegen. Wie würdest du deine Musik selbst beschreiben?
Es ist eine Interpretation von alledem, was ich höre bzw. in meinem Umfeld gehört wird und dem, was ich gerne mag. Ich versuche immer was zu kreieren, was Schnittmengen in meinen „Wurzeln“, dem HipHop, Electro Bass und DnB und vielleicht noch aktuellen Sounds, besitzt. Lasse mich aber auch von Genreklassikern oder unbekannten Titeln inspirieren.

Spielen Genregrenzen/Schubladen eine Rolle für Musik allgemein?
Kann man jetzt nicht so sagen, subjektiv gesehen hatte ich früher eine Art ‚Genremauer‘ im Kopf und habe zwischen der und der Richtung strikt unterschieden. Durch die ganzen Einflüsse der Genres/Subgenres/whatever sind die ursprünglichen Richtungen so ineinander mit ihnen verschmolzen, dass die Genres ineinander übergehen und man von einer Grenze gar nicht mehr sprechen kann. Bestes Beispiel ist die Jungle/Footworkgeschichte.

Für mich ist Musik eine wahnsinnig emotionale Sache. Wie ist das bei dir?
Tatsächlich stimmt das. Bestimmte Musik hört man zu unterschiedlichen Situationen, was auch teilweise dazu beiträgt, diese Momente mit der Musik zu assoziieren, auch auf einer emotionalen Ebene.

Hast du einen Track schon im Kopf wenn du produzierst oder entwickelt sich das erst während dessen (stimmungsabhängig)?
Selten setze ich das um, was sich bei mir im Kopf entwickelt. Meistens entsteht es situationsbedingt, wenn ich mit Samples arbeite. Da ist es auch oft so, dass ein Track mal am Ende ganz anders klingt als am Anfang, weil ich stundenlang an einem Loop sitze und ich ihn dann lösche, weil er mir nicht gefällt. Oder verändere.

Deine Single wird das erste Release bei Defrostatica. Und das auf Vinyl. Was hältst du vom wieder-neuen Hype? Was ist der Unterschied zu einem digitalen Release für dich?
Vinyl finde ich gut. Den Hype ebenfalls, jedoch finde ich, dass u.a. wegen den vorhandenen Kapazitäten in den Werken sich die Veröffentlichungen mehr auf Indie-Labels in kleinen Auflagen beschränken sollen, um so eine Vielfalt zu bewahren. Digital-Only Releases gibt es heutzutage wie Sand am Meer, kombiniert mit Labelchefs, die mehr reden statt handeln, seltsame Verträge aushändigen und dich am Ende nicht mehr beachten. Nach einer kurzen Promophase verschwinden solche Releases sowieso im Datennirvana, was mit Vinyls nicht passiert, da man die Tracks ‚in der Hand hält‘.

Wie ist das, wenn Leute wie Kiat, Fanu und Daniel Myer einen Remix vom eigenen Track machen? Kennst du deren Releases bzw. magst du deren Musik?
Auf jeden Fall eine Erfahrung wert, wenn schon länger etablierte Künstler deine neuen Tracks neu interpretieren. Einige Releases kannte ich vom Anhören aus meiner Drum & Bass-Zeit, aber so kommt man ihnen musikalisch etwas näher.

Hast du noch andere internationale Vernetzungen? Bekommst du Reaktionen auf Deine Produktionen?
In Zeiten, wo Soundcloud für Produzenten eine wichtige Rolle zur Präsentation ihrer Werke beiträgt, ist es einfacher geworden, sich mit Gleichgesinnten weltweit zu vernetzen und auszutauschen. Produzenten oder DJs, die Tracks in Sets hören, wenden sich natürlich an denjenigen, der es produziert hat, um Feedback abzugeben, das geht heutzutage sehr schnell. Kontakte bestehen hauptsächlich zu DJs aus Nordamerika, Südostasien und England, aber auch Produzenten kommen auch auf ihre Kosten, weshalb in naher Zukunft auch Kollaborationen entstehen.

Vielen Dank!

Das Defrostatica Starter-Kit mit den beiden ersten Releases und einem T-Shirt könnt Ihr hier käuflich erwerben: http://defro.st/aticashop

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Kator Soundcloud

Die Kollegen von frohfroh haben sich mal genauer mit Boss Booga unterhalten: Hier lesen!

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