Alpha Cutauri IV, V & VI

LXC feierte letztes Jahr den 10. Geburtstag seines Labels Alphacut-Records. Im selben Jahr schuf er das neue Tochterlabel Alphacutauri und damit verbunden schickte er gleich die ersten drei Releases via Hardwax in die Öffentlichkeit. Nun stehen die nächsten 3 in den Startlöchern und wurden am 25.08. auf die gleiche Weise veröffentlicht.

Der Name Alphacutauri erinnert ja ein wenig an eine Dinosaurier-Spezies. Vielleicht ja eine, die fliegen kann, angetrieben von tiefen Flächen und viel Bass. Auf jeden Fall minimalistisch, wie das die Kollegen von The-What? schon trefflich definiert haben. Die erste EP kommt von Elemental aus Bristol und ist aufgebaut wie eine Reise durch ein sphärisches Universum. Rhythmisch unbestimmt startet die Tour und je weiter man reist, desto geführter und strukturierter wird das Ganze. Pathways, welches ich als Weiterführung von dem ersten, an ein Intro erinnerndes, Stück In Still interpretiere, ist deutlich strukturierter. Es hat aber die ähnlichen sphärischen Elemente wie sein Vorgänger. Man hat das Gefühl, dass diese Reise einen Sinn bekommt, sobald der Bass einsetzt. Ein tiefer, treibender, aber auch drückender Bass nach dem sich alles andere in diesem Song erst mal richtet. Hört man sich das ganze an einem Stück an, (was beim abspielen der Platte ja möglich ist, im Gegensatz zu nervigen Playern, die erst mal kurz aussetzen) ist man bis zu diesem Punkt recht unbestimmt unterwegs. Dieser Moment, wenn die EP eine Struktur bekommt, war für mich der wohl beeindruckendste. Nach dieser, mit Spannung geladenen Einleitung fühlt sich der dritte Song Zero Point Energy wie eine Erlösung an. Man merkt deutlich, dass darauf hingearbeitet wurde. Sich den Song einzeln anzuhören, ohne dabei die ersten 2 in der Playlist gehabt zu haben, hatte für mich längst nicht die gleiche Wirkung. Insofern verstehe ich diese EP auch als ein Gesamtkonzept in dem die Auswahl der Tracks, so wie die Reihenfolge einen Sinn ergeben und bewusst so gewählt wurden. Das Ende der Reise erfolgt dann bei Scant, der zwar weniger treibend ist als seine Vorgänger aber nicht minder an die Sphären erinnert, die Elemental gestalten kann.

Alpha Cutauri No. V kommt von Paranoid Society der kein unbekannter unter den Alphacuttern/innen ist. Hat er doch schon einige Sachen auf dem Boss-Label selbst veröffentlicht. Diese EP von dem Estländer ist deutlich experimentierter und spielt mehr mit dem trockenen Sound. Das geht sogar so weit, dass ich zum Teil nichts damit anfangen kann, muss ich gestehen. Gerade der Song file84_2 dringt bei mir überhaupt nicht ein. Aber das ist natürlich Ansichtssache und ihr könnt mich da gerne eines Besseren belehren. Meine Favoriten auf dieser EP sind eindeutig die ersten beiden Stücke Tentacle Groove und MSSM, bei denen ich auch Leben spüre. Und auch Beta hat irgendwie so was Freches, irgendwas, was aussagt: „So ihr könnt mich jetzt alle mal, ich mach das jetzt so! Und das ist cool!“ Da steckt Selbstbewusstsein drin!

Last, aber natürlich not least kommen wir zur EP vom Bosse, vom LXC:
Ebenfalls relativ trocken und experimentierfreudig klingt der Sound der ACA VI und auch hier habe ich meine Probleme damit, es fängt mich einfach nicht so sehr. Aber ich möchte das hier überhaupt nicht schlecht reden, denn es ist definitiv der Style bzw. Sound, den dieses Label fährt und qualitativ auf höchstem Niveau!
Eleven Eleven finde ich sehr nice zumal es diese Elemente des Dubs in sich hat und auch am meisten in diese Richtung tendiert. Es klingt schon ziemlich gut, wenn sich der Bass am Anfang des Tunes seine Bahn sucht und immer mal überraschend eintritt um dann die Richtung definiert zu haben und den Ton anzugeben.

Definitiv 3 EP’s die aus Minimalistik die allerbeste Qualität rausholen, was man aber von einem Alpha-Release nicht anders erwarten würde. Man darf also gespannt sein, was das nächste Dreierpack mit sich bringt!

Elemental – Pathways auf Hardwax
Paranoid Society – Metro Space Satellites auf Hardwax
LXC – Eleven Eleven auf Hardwax

www.alphacut.net

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