Maltin Worf – City of Meth I & II – Defrostatica Records (Exclusiv)

[Bassmusic I 160bpm]

Mit dem Titel „City of Meth“ erinnert Maltin Worf an eine in sich zerfallende dystopische Welt voller hängen gebliebener mutierter Meth-Konsumenten, in der er sich lange gefangen fühlte aber letzlich die Flucht nach vorne ergriff und ausbrechen konnte. Zu jener Zeit entstanden in Maltin‘s Klangstube zahlreiche Tunes, von denen Booga & TINA nun insgesamt neun Tracks auf der 2-teiligen EP über ihr Label Defrostatica Records veröffentlichen. Der erste Teil wurde mit fünf Stücken bereits im Juni digital mit der „pay what you want“-Option auf der Bandcamp-Seite von Defrostatica released und ab dem 24.08.2018 wird der zweite Teil der EP sowohl auf Platte als auch digital erhältlich sein. Vorab könnt ihr ab heute hier bei It’s Yours exklusiv auch den zweiten Teil in voller Länge hören.

Der Einstiegstrack des ersten Teils der Doppel-EP – Exploration – erinnert gleich zu Beginn mit dem Wink zum Old-School-Jungle noch an Maltin Worfs jüngstes Stück, All My Money auf der Future Sound of Leipzig-Compilation. Insgesamt ist der Tune aber weniger drückend und progressiv, vielmehr wirkt das Spiel der Breaks auf den gediegenen Harmonien einladend und weckt die Lust auf mehr. Ohne fette Action aber dafür mit einer umso deeperen Hip-Hop-Jungle-Juke-What-Ever-Attitude hat mich dann auch IWP überrascht. Das runtergepitchte Vocalsample „I just want the paper“ aus Biggie Smalls „Dead Wrong“ passt hier wie der Arsch auf Eimer. Maltin Worfs musikalische Wurzeln aus HipHop und Rap sprießen nur so raus aus dem Tune und es würde mich nicht wundern, wenn das Stück mal als Instrumental auf der nächsten Freestyle-Rap Session läuft. Mit New Ground bekommt der Vibe der EP wieder eine neue Dramatik. Die gut eingespielten Synth-Melodien schieben sich unaufhaltsam nach vorne und man bekommt das Gefühl irgendwas machen zu müssen, wobei es das Beste ist, einfach nur zuzuhören. Auf halber Strecke des Tracks kommt eine kleine Passage mit einer orientalischen Instrumentierung, so als hätte Maltin in der City of Meth einen Abstecher zum Kebab-Lokal gemacht, um dort mit Entsetzten festzustellen, dass alle kauen aber keiner isst. Verfolgt von hohlen Blicken nimmt das Drama seinen Lauf, es bleibt nur die Flucht durch die Gassen, am besten irgendwo hoch auf ein Dach um wieder über den Dingen zu stehen. Wie bei Proxima Centauri. Realitäten lösen sich auf und die schillernde Szenerie ist schwer fassbar. Verarbeitungsprozesse brauchen ihre Zeit. Nimm sie dir und lass dich bedenkenlos treiben, zumal Warp zum Schluss dich weich auffängt und die steppende Bassline das Gemüt wieder erdet.

Im zweiten Teil entsichert Maltin gleich zu Beginn mit Dream eine kleine Soulgranate. Doch seid gewarnt, das fein ausarrangierte Vocalkonglomerat hat gehörigen Ohrwurmcharakter und lädt schon fast zum mitsingen ein. Ein sonniger Morgen beginnt und gegen die aus Teil I zurückgelassene dystopische Stimmung wird nun ein feines Unterhaltungsprogramm geboten. Zeit also zum relaxen und sich auch gern mal wieder an die eine oder andere alte Liebe erinnern. Da ist Old Love als nächster Track nur konsequent. Geradeaus clapender Juke mit einer Prise Funk wird die Dancefloors der Welt bereichern, munkeln die Experten. In Clave werden dann erst die Synapsen mit einem präzisen Klangholzdauergroove weich geklopft und gefolgt von ein paar 16-Takt-Variationen geht es nach drei Minuten dann in den VIP-Bereich. Oh man, der letzte Part von Clave ist auf jeden Fall was für die Loopfunktion, bevor der zweite Teil der aufregenden City of Meth EP  mit Rock On als letzten Track seinen Abschluss findet. Maltin Worf  footworked sich hier noch einmal auf seine Art durch eine prägnante Mixture aus fein abgemischten Synthie- und Samplestimmungen gewürzt mit seinen typisch geschnipselten vocal-lines und serviert nochmal einen starken Tune zum Abschluss. Wir sagen „Rock On“ und nutzen das Repeat-Relais.

Maltin Worf gelingt es mit dieser Doppel-EP auf eine originelle Art seine Einflüsse aus Hip Hop, Jungle, Juke und Footwork in einen minimalistischen aber dennoch ausdrucksstarken und abwechslungsreichen Sound zu formen. Dafür kommt dicker Support von vielen Seiten und alles spricht mal wieder für einen Besuch auf dem Bandcamp von Defrostatica Records.

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